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Kranke Mäuse zeigen: Gen-Erbse ist nicht gleich Erbse

Die australische Forschungsorganisation CSIRO (Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation) stellt ihre rund zehn Jahre dauernde Forschung an Gen-Erbsen ein. Grund: Fütterungsversuche bei Mäusen führten zur Erkrankung der Versuchstiere. Die rund 12 Tonnen der bislang geernteten Gen-Erbsen sollen vernichtet werden.

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In die Gen-Erbsen wurde ein so genannter Inhibitor (Hemmstoff) eingeführt, um sie gegen Insektenbefall resistent zu machen. Ähnliche Eiweißstoffe sind in herkömmlichen Bohnen vorhanden. Wissenschaftler vermuten allerdings, dass das Protein bei der Gen-Übertragung in die Erbse eine unvorhergesehene Veränderung erlitt.

Dieser Fall zeigt erneut, welche Risiken Gen-Saaten bergen, kommentiert Christoph Then, Gentechnikexperte bei Greenpeace.Die gängigen Methoden zur Gen-Manipulation von Pflanzen führen immer wieder zu ungewollten und unkontrollierbaren Auswirkungen. Im aktuellen Fall bekamen die mit Gen-Erbsen gefütterten Mäuse Symptome einer Lungenentzündung.

Then macht auf einen erschreckenden Umstand aufmerksam: In Europa hätten die Gen-Erbsen sogar eine Marktzulassung als Lebensmittel erhalten können. Denn Fütterungsversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen sind in der EU nicht zwingend vorgeschrieben. In vielen Fällen, in denen Fütterungsversuche dennoch durchgeführt wurden, zeigten sich ebenfalls Auswirkungen auf die Gesundheit der Versuchstiere. Trotzdem hat die Europäische Sicherheitsbehörde EFSA (European Food Safety Authority) diese Gen-Produkte, zu denen unter anderen der genmanipulierte Mais MON863 gehört, für unbedenklich erklärt.

Angesichts der Ergebnisse aus Australien müssen die Zulassungsbestimmungen der EU komplett überarbeitet werden, fordert Then. Die Bundesregierung und EU-Kommission sollten entsprechende Überprüfungen sofort einleiten und alle Marktzulassungen stoppen.

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