Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Keine Gentechnik auf Äckern und in Ställen

Die Mehrheit der unionsgeführten Bundesländer will das neue Gentechnikgesetz nicht haben. Deshalb hat der Bundesrat in Berlin den Gesetzentwurf der Bundesregierung am Freitag erneut abgelehnt. Kommen wird das Gesetz aber doch - mit der rot-grünen Kanzlermehrheit im Bundestag.

Das Gentechnikgesetz wird sich auf die Arbeit der Landwirte in Deutschland auswirken. Ein breites Bündnis von Verbänden unterstützt deshalb diejenigen, die weiterhin gentechnikfreie Lebensmittel erzeugen wollen. Im Zuge dieser Unterstützung wird am Wochenende eine Tagung in Magdeburg stattfinden, in deren Mittelpunkt die Auswirkungen des zukünftigen Gentechnikgesetzes stehen.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Deutschlands größter Bioanbauverband Bioland, Greenpeace sowie Experten aus den USA, Frankreich und Österreich diskutieren mit Vertretern der 50 gentechnikfreien Zonen in Deutschland. Zum Schutz der eigenen Ernte vor gentechnischen Verunreinigungen haben sich in Deutschland seit Ende 2003 über 11.000 Landwirte zusammengeschlossen. Sie haben gentechnikfreie Zonen auf über 420.000 Hektar eingerichtet.

Bauern lehnen Gen-Pflanzen mehrheitlich ab

Wir brauchen keine Gentechnik auf dem Acker, im Stall und im Kochtopf. Die Zukunft der Landwirtschaft ist gentechnikfrei, sagt Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der AbL. Sowohl herkömmlich als auch biologisch wirtschaftende Bäuerinnen und Bauern lehnen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen mehrheitlich ab.

Wichtig ist es jetzt, das Gesetz schnell umzusetzen und fehlende Verordnungen zum Schutz der Umwelt und Landwirtschaft zu verabschieden. Das zukünftige Gesetz regelt zwar Haftungsfragen für Landwirte im Schadensfall, wir wollen aber die Verunreinigung unserer Felder verhindern. Dafür müssen Anbauregeln für Gen-Bauern festgelegt werden, erklärt Thomas Dosch, Vorsitzender von Bioland.

Kritik an Geheimhaltung in Sachsen-Anhalt

Mit der Tagung in Magdeburg verknüpfen die Verbände auch ihre Kritik an dem geheim gehaltenen Anbau von Gen-Mais in Sachsen-Anhalt. Die Regierung Sachsen-Anhalts hat damit gegen die EU-Rahmenrichtlinie 2001/18/EG verstoßen. Eine entsprechende Klage hat Greenpeace bei Gericht eingereicht.

Mit dem zukünftigen Gentechnikgesetz hat dieses Versteckspiel ein Ende, sagt Henning Strodthoff, Gentechnikexperte von Greenpeace. Nach dem Entwurf müssen Bauern ihre Flächen zukünftig drei Monate vor der Aussaat von Gen-Samen in einem öffentlichem Register eintragen.

Die Tagung unter dem Motto Innovation gentechnikfrei - wir wachsen natürlich beginnt am Sonnabend, den 6.11.2004, um 15 Uhr in der Pfarrgemeinde St. Petri, Neustädterstraße 4, 39114 Magdeburg, und endet am Sonntag mit einer Podiumsdiskussion. Die Tagung ist öffentlich zugänglich, die Teilnahme kostenlos. Ein detailliertes Programm finden Sie unter www.keine-gentechnik.de (http://www.keine-gentechnik.de/termine.html) (mir)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Gentechnik beim Namen nennen

Die „Genschere“ Crispr ist Gentechnik, entschied heute der Europäische Gerichtshof. Daraus entstehende Produkte sind damit kennzeichnungspflichtig. Gut für Umwelt und Verbraucher!

Na dann Mahlzeit!

CETA tritt vorläufig in Kraft – und in Kanada kommt genveränderter Lachs auf den Markt. Der könnte durch das Handelsabkommen in Europa landen, so Greenpeace-Analysen.

Bleib sauber

Raps-Saatgut ist frei von Gentechnik. Die anstehende Fusion von Bayer und Monsanto sowie eine neue Generation an Pflanzen bedrängen jedoch die gentechnikfreie Landwirtschaft.