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Kein Monsanto-Gen-Raps in Australien

Der US-Gentechnikmulti Monsanto will seine Pläne auf Eis legen, Gen-Raps in Australien einzuführen. So eine Mitteilung des Grains Council of Australia vom Mittwoch. Sie kommt nur einen Tag, nachdem Monsanto sein Programm für Gen-Weizen in Nordamerika für die nächsten Jahre gestoppt hat.

Der Gen-Raps war das Herzstück der kommerziellen Ambitionen von Monsanto in Australien, erklärt Jeremy Tager, Gentechnikexperte von Greenpeace Australien-Pazifik. In den letzten Monaten haben sie Gen-Getreide in Großbritannien aufgegeben, sich aus der Forschung zu genmanipulierten Pflanzen zurückgezogen, die pharmazeutische Wirkstoffe enthalten sollten, gestern sich vom Gen-Weizen verabschiedet und nun Gen-Raps in Australien gestoppt. Die Zeichen sprechen eine klare Sprache - niemand will Gentechnik haben.

Der wachsende Widerstand von Verbrauchern, Landwirten und Greenpeace gegen Gentechnik in der Nahrung hat den Gen-Konzern einknicken lassen. Fraglich bleibt jedoch, ob das schon ausreicht, um katastrophale Fehlentwicklungen noch zu stoppen oder in Zukunft zu verhindern. Dazu der deutsche Gentechnikexperte bei Greenpeace, Christoph Then: Beim Anbau von Gen-Soja in den USA und in Argentinien wachsen die Probleme für Mensch und Umwelt. Dort werden immer mehr giftige Spritzmittel eingesetzt.

Zusätzlich ist ein neues Problem aufgetaucht: so genannte Superunkräuter. Sie stammen von herkömmlichen Unkräutern ab, die von den immer häufiger angebauten Gen-Pflanzen die Resistenz gegen die Spritzmittel geerbt haben. Es zeigt sich immer deutlicher, stellt Then klar, dass die Nachteile der Gentechnik die angeblichen Vorteile bei weitem überwiegen.

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