Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Kann Gen-Reis unser Klima retten?

Gentechnik-Konzerne waren bei der Rechtfertigung ihrer umstrittenen Technologie schon immer sehr einfallsreich. Mit dem Argument, gentechnisch veränderte Reispflanzen würden den Ausstoß von Treibhausgasen verringern, prescht nun das kalifornische Unternehmen Arcadia Biosciences nach vorne.

  • /

Wie der Nachrichtendienst Telepolis berichtet, will Arcadia Biosciences in China ab 2012 genveränderte Pflanzen - vor allem Reis - anbauen, die weniger Stickstoffdünger benötigen. Dafür sollen dann im Rahmen des Emissionshandels CO2-Zertifikate verkauft werden.

Das Unternehmen begründet seine Aktivitäten damit, dass die Landwirtschaft der zweitgrößte Emittent von Treibhausgasen sei. Dabei spielt Stickstoff, der mit der Düngung in die Luft, den Boden und in das Wasser gelangt, eine große Rolle. Nach Angaben des Unternehmens könnten 50 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden, wenn der weltweit angebaute Reis durch den Arcadia-Reis ersetzt werden würde. Hierdurch würden die Bauern angeblich eine Milliarde Euro an CO2-Zertifikaten verdienen.

Auch Weizen, Raps, Mais, Zuckerrüben, Baumwolle und Rasenpflanzen will Arcadia gentechnisch so verändern, dass sie weniger Dünger benötigen.

Das Ziel dieser Strategie ist klar: Mit der Legitimation durch den Klimaschutz sollen die Märkte für genveränderte Pflanzen geöffnet werden. Hierbei kommt China eine besondere Bedeutung zu, da es weltweit am meisten Stickstoffdünger einsetzt. Gleichzeitig soll die ablehnende Haltung vieler Menschen gegenüber Lebensmitteln aus genveränderten Pflanzen überwunden werden.

Anstatt die Pflanzen an die Bedingungen der industriellen Landwirtschaft anzupassen, fordert Greenpeace einen Umbau der Landwirtschaft mit Anbaumethoden, die für Mensch, Tier und Umwelt verträglich sind. Der kürzlich erschienene Greenpeace-Report Cool Farming zeigt, wie die Landwirtschaft mit einfachen Mitteln zu einem natürlichen Speicher von Treibhausgasen werden und so dem Klimawandel entgegenwirken kann.

Der Bericht nennt folgende Klimaschutzmaßnahmen für die Landwirtschaft: den Einsatz von Kunstdünger zu verringern, unbegrünte und brachliegende Böden zu vermeiden, den Humusanteil auf dem Acker zu erhöhen und weniger Fleisch zu erzeugen. Der Greenpeace-Report belegt, dass das Gesamtpotenzial der Einsparungen bis zu sechs Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr betragen könnte.

Publikationen

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Gentechnik beim Namen nennen

Die „Genschere“ Crispr ist Gentechnik, entschied heute der Europäische Gerichtshof. Daraus entstehende Produkte sind damit kennzeichnungspflichtig. Gut für Umwelt und Verbraucher!

Na dann Mahlzeit!

CETA tritt vorläufig in Kraft – und in Kanada kommt genveränderter Lachs auf den Markt. Der könnte durch das Handelsabkommen in Europa landen, so Greenpeace-Analysen.

Bleib sauber

Raps-Saatgut ist frei von Gentechnik. Die anstehende Fusion von Bayer und Monsanto sowie eine neue Generation an Pflanzen bedrängen jedoch die gentechnikfreie Landwirtschaft.