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Kanadische Farmer warnen vor Gen-Pflanzen

Zwei kanadische Farmer sind in der ersten Novemberwoche in Großbritannien unterwegs: Der Öko-Verband UK Soil hatte sie eingeladen, britischen Bauern von ihren Erfahrungen mit gentechnisch verändertem Saatgut zu berichten. Ihr Fazit: Gen-Pflanzen sind der Ruin der biologischen Landwirtschaft.

Ich habe mich entschieden, keinen gentechnisch veränderten Raps mehr anzubauen, weil unmöglich zu verhindern war, dass er sich auf andere Felder ausbreitete, erzählte der Farmer David Bailey am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Körner haften an den Maschinen und werden selbst bei intensiver Reinigung übertragen. Alle seine Nachbarn hätten das gleiche Problem gehabt.

Das gern benutzte Argument, Gen-Saat sorge für höhere Erträge, kann Bailey ebenfalls nicht bestätigen: Die einzige, die daran verdient hat, ist die Chemiefirma, die mir Lizenzgebühren berechnet hat. Auch der Bio-Farmer Jim Robbins warnt seine britischen Kollegen: In Kanada kann man keinen Bio-Raps mehr anbauen, einfach weil die Gen-Variante existiert. Gen-Saat sei zu einer Bedrohung für die kanadischen Bauern geworden - statt zu einer Wunderware, wie einst bejubelt.

Britische Forscher haben außerdem herausgefunden, dass die Pollen von Gen-Raps durch Bienen bis zu 26 Kilometer weit verbreitet werden. Ein Feld, das nur eine Saison lang mit Gen-Saat bestellt worden ist, braucht bis zu 16 Jahre, bis es wieder frei von gentechnisch manipulierten Organismen ist. Während in Kanada bereits mehr als die Hälfte des angebauten Rapses gentechnisch verändert ist, werden in Großbritannien noch keine Gen-Pflanzen kommerziell angebaut. (mod)

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