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Indische Bt-Baumwolle hält nicht, was sie verspricht

Wieder hat sich ein Versprechen der Gentechnik-Industrie in Luft aufgelöst. Indische Wissensschaftler attestieren der genmanipulierten Baumwolle im Land, dass sie ohne Nutzen ist. Die so genannte Bt-Baumwolle enthält Erbgut des Bacillus thuringiensis (Bt), das in der Pflanze die Produktion eines Insektizids bewirken soll. Mit dessen Hilfe soll sich die Pflanze gegen ihren schlimmsten Fraßfeind, eine kleine Raupe, verteidigen können. Doch genau diesen von der Industrie behaupteten Effekt konnten die Forscher nicht finden, berichten sie in der jüngsten Ausgabe des indischen Fachblattes Current Science.

Seit drei Jahren dürfen indische Bauern mit staatlichem Segen Gen-Baumwolle anbauen. Seither weisen sie immer wieder darauf hin, dass die Plage an Baumwollkapselwürmern nicht zurückgeht.

Die indischen Wissenschaftler können das nur bestätigen: Die Raupe ernährt sich vorrangig von den Pflanzenteilen, die die geringsten Mengen an Bt-Gift enthalten. So wenig, sagen die Forscher, dass es wirkungslos bleibt. Die Bauern sind gezwungen zusätzlich zur teuren Gen-Baumwollsaat noch jede Menge Insektizide zu kaufen, um ihre Ernte zu sichern.

Angesichts des geplatzten Versprechens der Gentechnik-Industrie sagt Alexander Hissting, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace: Gentechnik ist nicht nur gefährlich, sondern auch nutzlos! Es wird höchste Zeit, dass wir den Problemen in der Landwirtschaft mit nachhaltigen Strategien begegnen und nicht weiter eine gentechnische Flickschusterei betreiben.

Welche Gefahren von genmanipulierten Bt-Pflanzen ausgehen? Die Antwort liefert folgendes Hintergrundpapier:

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