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Studie: Polen und Russen lehnen Gentechnik ab

Gentechnisch veränderte Lebensmittel unerwünscht

Der Einsatz von Gentechnik in der Lebensmittelbranche stößt in Polen und Russland auf immer mehr Ablehnung. Das belegt ein Bericht, den Greenpeace am Dienstag in Moskau veröffentlicht hat. Demnach sind nicht nur Konsumenten, sondern auch eine Vielzahl von Lebensmittelherstellern gegen die gentechnische Veränderung von Lebensmitteln.

Eine von Greenpeace in Autrag gegebene Meinungsumfrage in Polen zeigt, dass 76 Prozent der Konsumenten keine Lebensmittel essen wollen, die gentechnisch veränderte Zutaten wie Mais oder Soja enthalten. Die Lebensmittelindustrie muss diesen Wunsch der Polen respektieren und die riskanten und unerwünschten gentechnisch veränderten Produkte aus den Regalen entfernen, fordert Maciej Muskat, Gentechnik-Experte bei Greenpeace in Polen.

Einige internationale Unternehmen, die in Polen tätig sind, verwenden einen doppelten Standard in Bezug auf die Verwendung von gentechnisch veränderten Zutaten: in Westeuropa produzieren sie gentechnikfreie Lebensmittel, in Polen dagegen erhalten die Verbraucher keine derartige Garantie. Solche doppelten Moralkodizes für gentechnisch veränderte Lebensmittel sind unerklärlich und nicht annehmbar. Die Firmen müssen sofort handeln und in ganz Europa die gleiche Politik anwenden, fordert Muskat.

Doch nicht nur in Polen wünschen sich die Konsumenten gentechnikfreie Supermärkte. Laut einer Studie der Europäischen Kommission mit dem Titel Europäer, Wisschenschaft und Technologie halten lediglich 14 Prozent der befragten Europäer gentechnisch veränderte Lebensmittel für ungefährlich. Konsumenten aus ganz Europa, aus dem Osten und dem Westen, wenden gesunden Menschenverstand an und lehnen gentechnische Experimente mit ihrer Nahrung ab, erklärt Geert Ritsma, Gentechnik-Experte bei Greenpeace International.

Dem Urteil der Konsumenten schließen sich mittlerweile viele Hersteller an. In den vergangenen zehn Monaten konnte Greenpeace 40 russische Lebensmittelunternehmen davon überzeugen, auf den Einsatz von gentechnisch veränderten Inhaltsstoffen zu verzichten. (Autorin: Nadine Behrens)

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