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Genmanipulierte Pflanzen in der Milcherzeugung - Info-Tour gestartet

Greenpeace informiert am Mittwoch vor der Molkerei Sachsenmilch in Leppersdorf und in der Dresdner Innenstadt über den Weg des genmanipulierten Maises als Kuhfutter bis zum Milchprodukt. Nach Greenpeace-Recherchen beziehen die zwei großen deutschen Molkereien Müller, zu der Sachsenmilch gehört, und Landliebe/Campina Milch von fünf landwirtschaftlichen Betrieben, die derzeit auch den genmanipulierten Mais MON810 anbauen.

Damit der umstrittene Mais nach der Ernte nicht an die Milchkühe verfüttert wird, können Verbraucher den Protest auf der Greenpeace-Städtetour verstärken und sich vor Futtertrog und Kühlschrank-Kuh mit Protestschildern fotografieren lassen. Die Fotos werden den Molkerei-Unternehmen präsentiert mit der Forderung, die Milch dieser Landwirte nicht für Milchprodukte zu verwenden.

Müller und Landliebe/Campina fördern den Anbau genmanipulierter Pflanzen, wenn sie Milch von Gen-Maisbauern beziehen, sagt Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin bei Greenpeace. Dabei können die Unternehmen ohne Probleme bei der Milchherstellung Gen-Mais vermeiden. Wenn sie das nicht tun, missachten sie die Wünsche der Verbraucher und gefährden ihr Markenimage.

Der wenige in Deutschland wachsende Gen-Mais wird fast ausschließlich als Tierfutter verwertet. Die Gen-Mais-Standorte der Milcherzeuger für Müllermilch (Sachsenmilch) befinden sich in Brandenburg - in Neureetz und Seelow/Gusow - sowie im sächsischen Hasselbachtal. Landliebe/Campina wird von Gen-Mais-Bauern aus Neutrebbin und Heinersdorf beliefert.

Die nächsten Stationen der Info-Tour sind in dieser Woche am Donnerstag Leipzig, Freitag Kassel, Sonnabend Bonn und Sonntag Köln. Danach steuert die Tour bis Anfang September noch weitere Städte in Deutschland an.

Publikationen

Gene in der Milch

Bei Untersuchungen aus dem Jahre 2000 sind in Milch Gen-Fragmente aus gentechnisch verändertem Mais und Soja gefunden worden. Das heißt auch, dass Wissenschaftler des Forschungszentrums für Milch und Lebensmittel in Weihenstephan/Bayern ihre brisanten Befunde 3 Jahre unter Verschluss hielten.

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