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Genmais gedeiht nicht gut

Gegen die drohende Hungersnot im südlichen Afrika scheint für einige Länder eine vorläufige Lösung gefunden. Die Regierungen von Malawi und Simbabwe einigten sich mit dem Welternährungsprogramm (WFP), den angebotenen Mais in zermahlener Form zu akzeptieren. Lange wiesen einige der vom Hunger betroffenen Länder die vom WFP angebotene Nahrungsmittelhilfe zurück, weil diese gentechnisch manipulierte Bestandteile enthalte. Die Körner könnten als Saatgut eingesetzt werden und sich so auf dem afrikanischen Kontinent verbreiten, der bislang weitgehend gentechnikfrei ist. Mit dem Zermahlen soll ausgeschlossen werden, dass der Genmais auf den Feldern ausgesät wird.

Die Lösung greift allerdings nur kurzfristig, weil zur Versorgung der Region bis zum März schätzungsweise 700.000 Tonnen Mais benötigt werden. Und das Zermahlen ist teuer - pro Tonne rund 25 Dollar. Wie die Finanzierung gelöst werden soll, blieb offen. Bislang ist kein Geberland bereit, den betroffenen Regierungen Geld zur Verfügung zu stellen, um das Zermahlen zu finanzieren. Das WFP, soviel stellte dieses sogleich klar, könne die zusätzlichen Kosten nicht übernehmen.

Währenddessen trommelt die Biotech-Industrie für ihre Produkte und lobt die jetzt gefundene Lösung. Die afrikanischen Regierungen sollten sich zukünftig aber besser informieren. Das meint AfricaBio, ein Verband mit dem Ziel der Verbreitung von Gentechnik auf dem schwarzen Kontinent. Mit entsprechendem Sachverstand, so eine Sprecherin, müssten die Verantwortlichen erkennen, dass Gefahr weder für die Gesundheit noch für die Umwelt drohe. Der Genmais, so ihre Argumentation, gedeihe unter südafrikanischen Bedingungen ohnehin nicht gut.

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