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Gen-Weizen kommt nicht in die Tüte

Kein Anbau von Gen-Weizen in Sachsen-Anhalt! Dies forderte Greenpeace heute auf einer Pressekonferenz in Magdeburg. Greenpeace legt damit Einspruch gegen den geplanten Versuchsanbau von Gen-Weizen in Bernburg ein.

Gen-Weizen kommt uns nicht in die Tüte!, so Henning Strodthoff, Gentechnikexperte bei Greenpeace. Der Versuch ist unsinnig und schadet der Weizen-Region Sachsen-Anhalt.

Mit dieser ablehnenden Haltung steht Greenpeace nicht alleine da. Sowohl Biolandwirte als auch der evangelische Kirchenpräsident Helge Klassohn sprechen sich gegen den Anbau von Gen-Weizen aus: Das gentechnisch veränderte Erbgut könnte durch Pollenflug auf die gentechnikfreie Landwirtschaft übergreifen. Der Verband der Großbäckereien fürchtet um Ruf und Qualität der Backwaren.

Insgesamt 10.000 Gen-Pflanzen sollen auf einer Fläche von 850 Quadratmetern freigesetzt werden. Der genmanipulierte Weizen soll nach Angaben der Betreiberfirma Syngenta resistenter gegen Pilzbefall sein. Genauere Angaben verwehrt der Konzern jedoch der Öffentlichkeit.

Geheimhaltung erhöht Gefahren

Genau dies macht den Anbau besonders unberechenbar: Eine Überprüfung der Angaben und eine Bewertung beispielsweise des Risikos von Allergien durch den Gen-Weizen wird verhindert.

Syngenta macht Gentechnik zur Geheimsache, erklärt Strodthoff. Die Firma nimmt die Bedenken der Öffentlichkeit nicht ernst. Nicht einmal die Eigentümer der umliegenden Flächen in Bernburg wurden über den geplanten Versuch informiert.

Bereits 2003 wollte Syngenta in Thüringen den Gen-Weizen anbauen. Dies konnte jedoch durch Proteste verhindert werden: Greenpeace entdeckte das Versuchsfeld und säte Bioweizen aus - noch bevor Syngenta sein genverändertes Gut pflanzen konnte.

Die Entscheidung über den neuen Antrag auf einen Freilandversuch mit Gen-Weizen muss nun in den nächsten Wochen das zuständige Robert-Koch-Institut fällen. Mit dem Versuchsanbau in Sachsen-Anhalt würde erstmals auf deutschen Feldern genmanipulierter Weizen wachsen.

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