Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Gen-Weizen in Gatersleben - Rote Karte für Seehofer

Trotz aller Proteste - das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat grünes Licht für den Versuchsanbau von Gen-Weizen in Gatersleben gegeben. Damit ignoriert die Seehofer-Behörde nicht nur die Gefahren, die von der Freisetzung ausgehen. Sie missachtet rund 30.000 Einwendungen gegen den Anbau des genmanipulierten Weizens. Auch Greenpeace hatte Einspruch erhoben.

  • /

Zwar sieht die Genehmigung gewisse Auflagen vor, um zu verhindern, dass sich der Gen-Weizen verbreitet. So ist ein Mindestabstand von 120 Metern zu anderen Weizenfeldern vorgeschrieben. Der Abstand zur Gen-Bank in Gatersleben soll 500 Meter betragen. Doch Gen-Saaten kümmern sich nicht um Gesetze und Auflagen. Bislang sind sie noch immer in die Umwelt gelangt. Jüngstes Beispiel ist der Gen-Reis der Firma Bayer. Er stammt aus experimentellen Freisetzungen in den USA und ist mittlerweile von dort nach Europa und Asien gelangt.

Nicht nachvollziehbar ist, dass ausgerechnet die Gen-Bank in Gatersleben, Sachsen-Anhalt, in die Versuche mit Gen-Weizen verstrickt ist. Dort werden wertvolle Weizenbestände eingelagert und vermehrt, die für die Zukunft unserer Erde unverzichtbar sind. Darunter Saatgut der alten indischen Weizensorte Nap-Hal.

Nap-Hal weist nach Jahrhunderten züchterischer Arbeit besondere Eiweißqualitäten auf. Teilweise sind das genau die Qualitäten, die jetzt durch Genmanipulation geschaffen werden sollen. Greenpeace hat vor ein paar Jahren verhindert, dass der Gentechnikkonzern Monsanto diesen indischen Weizen patentiert. Jetzt wird seine Erhaltung durch Gen-Saaten gefährdet.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Gentechnik beim Namen nennen

Die „Genschere“ Crispr ist Gentechnik, entschied heute der Europäische Gerichtshof. Daraus entstehende Produkte sind damit kennzeichnungspflichtig. Gut für Umwelt und Verbraucher!

Na dann Mahlzeit!

CETA tritt vorläufig in Kraft – und in Kanada kommt genveränderter Lachs auf den Markt. Der könnte durch das Handelsabkommen in Europa landen, so Greenpeace-Analysen.

Bleib sauber

Raps-Saatgut ist frei von Gentechnik. Die anstehende Fusion von Bayer und Monsanto sowie eine neue Generation an Pflanzen bedrängen jedoch die gentechnikfreie Landwirtschaft.