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Gen-Soja zerstört Wälder und Leben

Greenpeace geht seit Montag gegen die Zerstörung des kostbaren Waldes im nordwestlichen Argentinien vor. Fünf von neun Greenpeace-Aktivisten haben sich samt ihrer Motorräder als Jaguare verkleidet. Sie fahren durch die Great Chaco- und Yungas-Wälder, um die Bulldozer der Holzfäller ausfindig zu machen. Haben sie die Maschinen gefunden, so legen sie ihnen Ketten an.

Wir sind hier, um die Zerstörung dieser Jaguar-Wälder und die Umwandlung der Gegend in eine Gen-Soja-Wüste zu stoppen, sagte Emiliano Ezcurra, Experte für Artenvielfalt bei Greenpeace Argentinien. Jede Stunde wird in Argentinien ein Waldgebiet so groß wie zwanzig Fußballfelder gerodet. Wichtige Ökosysteme werden zerstört, Menschen werden ihrer Häuser und ihres Lebensunterhalts beraubt und wild lebende Tiere geraten in Gefahr.

Yungas und Great Chaco bilden zusammen die zweitgrößte Waldfläche Amerikas. Sie bedecken quer durch Argentinien, Paraguay, Bolivien und Brasilien mehr als eine Million Quadratkilometer Land. Die Region zeichnet sich durch eine große Artenvielfalt aus, darunter auch einige seltene Spezies wie die Jaguare. Sie existieren hier nur noch am Rande.

Seit der weltgrößte Gentechnik-Konzern Monsanto 1996 die genveränderte Sojabohne einführte, eskaliert die Sojaproduktion. Für drei zusätzliche Tonnen Soja verliert das Land einen Hektar Wald. Die Entwicklung führte zu umweltpolitischen und sozialen Problemen.

In den Yungas- und Great Chaco-Wäldern leben Millionen von Menschen. Darunter viele Indigene, die von ihrem Lebensraum im Wald abhängig sind. So genannte Soja-Barone bezahlen die örtliche Polizei dafür, dass diese die dort lebenden Menschen gewaltsam vertreiben. Oftmals geschieht dies mit vorgehaltener Pistole.

Argentinien ist der drittgrößte Sojaproduzent und der größte Exporteur der Welt. Die global steigende Nachfrage an Soja hat zu einer wachsenden Nachfrage an landwirtschaftlich nutzbaren Flächen geführt. Allein dieses Jahr plant Argentinien, 14 Millionen Hektar Soja anzubauen. 98 Prozent davon sind genmanipuliert. Über 90 Prozent davon - nahezu 20 Millionen Tonnen - werden als Tierfutter nach Europa und Asien exportiert. Auf Europa entfallen 35 Prozent des argentinischen Sojaexports, auf China 23 Prozent.

Menschen beginnen zu hungern, während ihr Land genutzt wird um Soja anzubauen und damit Kühe, Schweine und Hühner in Europa und Asien zu füttern, folgert Ezcurra. Die argentinische Regierung muss die Waldzerstörung stoppen und den Leuten, die in den Wäldern leben, ein Recht auf ihr Land geben.

Greenpeace wird für mehrere Tage in dem Gebiet bleiben. Die Aktivisten wollen sich friedlich der Waldzerstörung entgegenstellen, vor Ort Gemeinden besuchen und die bedrohten Gebiete dokumentieren.(agi)

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