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Gen-Soja jetzt auch aus Brasilien

Die brasilianische Regierung hat beschlossen, den Verkauf von illegal im Land angebauter Gen-Soja zuzulassen. Nach langer Debatte beschloss dies das Kabinett von Präsident Luis Inácio da Silva. Die Regelung gilt jedoch nur bis Januar 2004 und auch nur für bereits verarbeitete Soja. Danach muss die übrig gebliebene Gen-Soja vernichtet werden und die Lager vor Einbringen der neuen Ernte gründlich gereinigt werden. Das soll verhindern, dass die Gen-Soja wieder angebaut wird. Die Landwirte, die gegen das Verbot verstoßen haben, werden außerdem Strafen zahlen müssen und verlieren vorübergehend den Zugang zu staatlichen Krediten.

Einer der Profiteure der neuen Regelung könnte auch der Nahrungsmittel-Multi Nestlé sein. Greenpeace veröffentlichte am Dienstag die Ergebnisse einer Laboruntersuchung von Tierfutter auf genmanipulierte Bestandteile. In einem Spezialfutter für Hundewelpen fanden sich 60 Prozent Gen-Soja. Bislang hatte Greenpeace in fünf weiteren Nestlé-Produkten Gen-Soja gefunden, allerdings in weit geringeren Mengen. Das Unternehmen hatte stets versichert, dass in keinem seiner Produkte genmanipulierte Bestandteile enthalten seien.

Den 1. April, in Brasilien der Tag der Lüge, widmete daher Greenpeace um in den Nestlé-Tag. Bereits vor zwei Wochen war der Konzern von den Gen-Funden in seinen Produkten unterrichtet worden, hatte sich jedoch bislang nicht dazu geäußert. 34 Lebensmittelhersteller in Brasilien haben bislang erklärt, auf genmanipulierte Inhaltsstoffe in Zukunft zu verzichten, sagt Tatiana de Carvalho, Gentechnik-Expertin von Greenpeace in São Paulo. Für Nestlé gibt es keinen Grund das weiterhin abzulehnen. (hol)

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