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Gen-Soja im St. Petersburger Hafen

Am Montag enterten Greenpeacer den Frachter RUSICH 1 im Hafen von St. Petersburg. An Bord des Schiffes befinden sich 5000 Tonnen gentechnisch verändertes Sojamehl, das unter dem Verdacht steht illegal ins Land importiert zu werden. Mit Schlauchbooten schieben sich die Aktivisten zwischen Schiff und Pier, so dass die Ware vorerst nicht an Land gelangen kann.

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Bereits am Sonntag waren drei Aktivsten an Bord geklettert - 260 Kilometer vor St. Petersburg. Sie nahmen Proben der Fracht. Die Untersuchung belegte, dass es sich bei der Ware um gentechnisch verändertes Sojamehl handelt. Der Kapitän des Schiffes konnte keinerlei Beleg dafür erbringen, dass sich die Fracht rechtmäßig an Bord des Schiffes befindet und legal nach Russland eingeführt werden soll.

Jährlich importiert Russland etwa 425.000 Tonnen Sojamehl. Etwa 77 Prozent davon stammen aus den Niederlanden oder aus Argentinien. Ein Großteil der niederländischen Export-Sojaprodukte besteht aus Soja aus den USA. In Argentinien sind annähernd 100 Prozent des angebauten Sojas gentechnisch verändert. In den USA sind es 90 Prozent. So kommen fast ausschließlich gentechnisch veränderte Sojaprodukte in Russland an. Greenpeace fordert, dass solche Importe nach Russland ausnahmslos gestoppt werden.

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