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Gen-Soja-Frachter in Polen gestoppt

Mehr als 50 Greenpeace-Aktivisten aus zehn Ländern haben am Donnerstag im polnischen Hafen Gdansk (Danzig) gegen das Entladen von etwa 25.000 Tonnen gentechnisch veränderter Soja protestiert. Ein Greenpeacer hat sich an der Ankerkette des Gen-Soja-Frachters Hope angekettet, sechs Schlauchboote sind dem 200 Meter langen Schiff entgegengefahren und begleiten es. Botschaft: Stoppt die Gentechnik in Europa.

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Jedes Jahr werden etwa 40 Millionen Tonnen Gen-Soja in die EU importiert. Die Mehrheit der Polen und auch der Europäer wollen keine Gentechnik in Lebensmitteln. Trotzdem schleicht sich gentechnisch manipulierte Soja durch eine Lücke in der europäischen Gentechnik-Kennzeichnung in unser Essen. Das muss aufhören. Deshalb sind wir hier und protestieren gegen den Import von Gen-Soja in die EU, sagt Maciej Muskat, Gentechnik-Experte von Greenpeace in Polen.

Gentechnisch veränderte Lebensmittel müssen in der EU gekennzeichnet sein. Nicht erfasst von der EU-Gentechnik-Kennzeichnung sind Fleisch, Milch oder Eier von Tieren, die gentechnisch verändertes Tierfutter gefressen haben. Ohne das Wissen der europäischen Konsumenten landet die Gentechnik auf ihren Tellern.

Mehr als drei Viertel der Polen wollen laut Umfragen kein gentechnisch verändertes Essen. Und 14 von 16 polnischen Regionen haben sich zur Gentechnik-freien Zone erklärt. Von den Häfen in Polen wird Gen-Soja aus Argentinien und anderen Anbauländern nach ganz Europa transportiert. Der Anbau von Gen-Soja führt zu massiver Wald- und Umweltzerstörung in Argentinien, und das alles nur für die riesigen Profite von Konzernen wie Monsanto, kritisiert Muskat.

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