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Gen-Saat: Zulassung trotz Gefahren

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat bei der Prüfung gentechnisch veränderter Organismen mehrfach versagt. Das belegt eine neue Studie von Greenpeace zu den Gefahren von Gen-Saaten. Diese zeigt auf, dass Gen-Pflanzen auch dann einen Freibrief von der Behörde erhalten, wenn Daten fehlen, Hinweise auf technische Fehler bei der Übertragung der Gene vorliegen und sie auffällige Veränderungen in den Inhaltsstoffen zeigen.

Die EFSA prüft schlampig. Gen-Pflanzen werden zugelassen, die erhebliche Gefahren und technische Mängel bergen, so Greenpeace Gentechnik-Experte Henning Strodthoff. Offensichtlich wiegen hier wirtschaftliche Interessen schwerer als der Schutz von Umwelt und Verbrauchern.

Erst gestern war publik geworden, dass der Gen-Mais mit dem Kürzel MON 863, der von der EFSA als unbedenklich bewertet wurde, bei Ratten gravierende gesundheitliche Schäden auslöste. Greenpeace hatte in diesem Fall schon im Jahr 2003 weitere Untersuchungen bei der EFSA angemahnt.

Ein Produkt, das so offensichtliche Mängel hat, darf nicht auf den Markt gebracht werden. Die Gen-Konzerne wenden immer noch Methoden an, bei denen ungewollte Auswirkungen die Regel sind. Die Verfahren zur Gen-Übertragung sind völlig veraltet und die Sicherheitsprüfungen generell unzureichend. Die alarmierenden Rattenversuche wurden von der EFSA schön geredet, erklärt Strodthoff.

Greenpeace fordert, dass unter diesen Bedingungen keine neuen Pflanzen mehr zugelassen werden dürfen. Auch die Risiken der Pflanzen, die bereits auf dem Markt sind, müssen neu bewertet werden. Würde die EFSA die derzeit vorliegenden Anträge sorgfältig prüfen, müssten sie wohl fast allen Gen-Saaten die Zulassung verweigern.

Die EFSA hat im Jahr 2003 die Arbeit aufgenommen, um die wissenschaftliche Bewertung des Risikos von Gen-Saaten zu bündeln und zu verbessern. Die Stellungnahmen der EFSA bilden die Grundlage für Entscheidungen der EU-Kommission und des EU-Ministerrates bei der Zulassungen von Gen-Food und Gen-Saaten.

Am Montag beraten die Agrarminister über die Importzulassung eines neuen Gen-Maises der Firma Syngenta. Auch hier gibt es Indizien für eine unzureichende Prüfung. Greenpeace fordert die Minister daher auf, gegen die Zulassung zu stimmen. Eine Entscheidung für den Gen-Mais würde das Ende des seit fünf Jahren bestehenden Zulassungsmoratoriums für Gen-Pflanzen in der EU bedeuten.

Die vollständige englischsprachige Studie können Sie als PDF herunterladen. (76KB) (http://www.greenpeace.org/multimedia/download/1/461352/0/EFSA-Studie.pdf)

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