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Gen-Reisskandal geht um die Welt

LL601 - der illegale Gen-Reis aus dem Hause Bayer, der in Deutschland und Europa für einen Lebensmittelskandal gesorgt hat, ist nun auch in anderen Regionen der Welt gefunden worden. Untersuchungen im Auftrag von Greenpeace haben ergeben, dass auch Reisprodukte im Nahen Osten durch den Gen-Reis verunreinigt sind. LL601-Reis war allein zu Testzwecken in den USA angebaut worden.

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Belasteter Reis fand sich in Dubai, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das hat weitreichende Folgen: Der Nahe Osten ist der zweitgrößte Importeur von US-Reis. Von dort werden weite Gebiete Asiens mit Reis versorgt, so dass einer weiteren Ausbreitung von verunreinigten Reisprodukten Tür und Tor geöffnet sind.

Greenpeace-Aktivisten haben am Dienstag in Neu Delhi gegen diesen nun weltweiten Gen-Reisskandal protestiert. Dort findet gegenwärtig der Internationale Reiskongress statt. Teilnehmer sind auch die Landwirtschaftsminister aus China, Indonesien, Indien, Laos, Nepal, den Philippinen, Thailand und Vietnam. Die Greenpeacer forderten sie auf, unverzüglich die fortschreitende Verseuchung eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Welt zu stoppen. Bayer soll alle Pläne aufzugeben, in Zukunft Gen-Reis weiter zu vermarkten.

Doch offensichtlich ist Bayer weit davon entfernt, sich aus dem Geschäft mit dem Gen-Reis zu verabschieden: Der Konzern mit Hauptsitz in Deutschland hat einen Antrag auf Marktzulassung für einen anderen Gen-Reis in der EU bereits gestellt.

Es zeigt sich, dass der Gen-Reis keine Grenzen kennt, warnt Christoph Then, Gentechnikexperte von Greenpeace. Der Firma Bayer ist der Skandal offensichtlich vollständig entglitten. Die Firma unternimmt keinerlei Anstrengungen, dafür zu sorgen, dass der Gen-Reis vom Markt kommt. Es ist erschreckend, mit welcher Ignoranz das Unternehmen auf die Sorgen der Verbraucher reagiert.

Spätestens jetzt sollte wohl auch dem Letzten klar geworden sein, dass von Gen-Pflanzen eine erhebliche Gefahr ausgeht, sagt Greenpeace-Gentechnikexpertin Divya Raghunandan in Indien. Der Gedanke eines kontrollierten Testanbaus ist ein gefährlicher Irrglaube. Jedes Land, das den Anbau von Gen-Pflanzen zulässt, und sei es nur den Testanbau, setzt seine Bauern und Pflanzenhändler der Gefahr eines wirtschaftlichen und ökologischen Desasters aus. Die einzige Lösung dafür ist ein umfassendes Anbauverbot.

Pikantes Detail: Der Reiskongress in Neu Delhi wird ausgerechnet von zwei der größten Gentechnikfirmen der Welt gesponsert, Monsanto - und Bayer! Das lässt nichts Gutes für die Ausgewogenheit der Themenschwerpunkte bei dem Treffen erahnen.

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