Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Gen-Reis breitet sich unkontrolliert in China aus

Gen-Reis gerät in China außer Kontrolle und breitet sich in dem asiatischen Land illegal aus. Diesen Schluss legen Funde nahe, die Greenpeace jüngst im Reich der Mitte gemacht hat.

Der in China illegale Gen-Reis Anti-Pest-63 ist in der südchinesischen Provinzhauptstadt Guangzhou aufgetaucht, eine der bevölkerungsstärksten Städte Chinas. Möglicherweise ist der nicht getestete und nicht zugelassene Reis auch in die Nahrungsmittelversorgung anderer chinesischer Großstädte gelangt.

Bereits vor zwei Monaten deckte Greenpeace den illegalen Anbau und Verkauf von Gen-Reis in der zentralchinesischen Provinz Hubei auf. Damals hatten wir in einem der größten Anbaugebiete für Reis umfangreiche Untersuchungen bei Saatgutherstellern, Landwirten und Reismühlen in Auftrag gegeben.

Über mehrere Jahre hatten Wissenschaftler der Landwirtschaftsuniversität Huazhong in der Hauptstadt der Provinz Hubei großflächige Freilandversuche mit Gen-Reis durchgeführt. Und in 19 von 25 untersuchten Proben konnte DNA von Gen-Reis nachgewiesen werden.

Aus welcher Quelle der genmanipulierte Reis in der Provinz Guangzhou stammt, ist rekonstruierbar: Das Gen-Reis-Saatgut wurde im Handel teilweise als Produkt der New Technology Company of Huazhong Agriculture University beworben, erklärt Alexander Hissting, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace. Dieses Unternehmen befindet sich im Besitz der Universität, die auch für die Feldversuche mit Gen-Reis in der Provinz Hubei verantwortlich war.

Gen-Reis weltweit unerwünscht

Bereits nach den Funden in der Provinz Hubei äußerten sich Reis importierende Länder besorgt: Die Regierungen aus Japan, Korea und die EU-Kommission haben auf den Reisskandal in Hubei gegenüber der chinesischen Regierung wegen möglicher Verunreinigungen von Import-Reis ihre Bedenken geäußert, sagt Hissting. Es wird immer deutlicher, dass Gen-Reis weltweit unerwünscht ist.

Bedenklich ist, dass ich sie Fälle von illegalem Anbau und Handel mit gentechnisch veränderten Pflanzen in den letzten Monaten häufen. Egal ob es Papaya in Thailand, Mais aus den USA, verunreinigtes Saatgut in Hessen, oder Reis in China ist; alle Fälle zeigen, dass die Gen-Industrie viel zu fahrlässig mit Ihren Konstrukten umgeht, kritisiert Alexander Hissting. Solange Unternehmen wie Monsanto und Syngenta Ihre Produkte nicht im Griff haben, muss die EU-Kommission ein generelles Importverbot für gentechnisch veränderte Pflanzen verhängen.

Laut Europäischen Amt für Statistik, Eurostat, importierte Deutschland im Jahr 2003 337 Tonnen Reis aus China. Grund genug für Greenpeace bei großen Reishändlern in Deutschland nach chinesischem Import-Reis und insbesondere Gen-Reis nachzufragen. Viele Firmen teilten uns mit, dass sie keinen Reis aus China einführen und sie weder heute noch in Zukunft Gen-Reis importieren wollen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Gentechnik beim Namen nennen

Die „Genschere“ Crispr ist Gentechnik, entschied heute der Europäische Gerichtshof. Daraus entstehende Produkte sind damit kennzeichnungspflichtig. Gut für Umwelt und Verbraucher!

Na dann Mahlzeit!

CETA tritt vorläufig in Kraft – und in Kanada kommt genveränderter Lachs auf den Markt. Der könnte durch das Handelsabkommen in Europa landen, so Greenpeace-Analysen.

Bleib sauber

Raps-Saatgut ist frei von Gentechnik. Die anstehende Fusion von Bayer und Monsanto sowie eine neue Generation an Pflanzen bedrängen jedoch die gentechnikfreie Landwirtschaft.