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Gen-Mais ist eine Gefahr, ist keine Gefahr, ist eine Gefahr

Der Gen-Mais MON 810 - noch im April 2007 vom BVL als Gefahr für die Umwelt bewertet - darf 2008 in Deutschland erneut kommerziell angebaut werden. Das bestätigte das Bundesamt am Donnerstag. Noch am Montag hatte Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer sich in Brüssel für einen Zulassungsstopp für Gen-Pflanzen stark gemacht.

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Mit dieser Entscheidung erweist sich Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer als Sprücheklopfer, kommentiert Stephanie Töwe, Gentechnikexpertin von Greenpeace. Am Montag in Brüssel ist er für einen Zulassungsstopp, Ende der Woche dreht er sich um 180 Grad und macht dem umstrittenen Anbau in Deutschland den Weg frei.

Der Minister ignoriere damit die hohe Ablehnung der Bevölkerung gegenüber genmanipulierten Pflanzen. Die Sicherheit von Mensch und Umwelt sei ihm anscheinend egal. Wissenschaftliche Erkenntnisse würden schlichtweg nicht ernst genommen.

Die europäischen Nachbarn handeln umsichtiger: Frankreich erwägt aus Sicherheitsgründen einen Anbaustopp von Mon 810 im nächsten Jahr. Österreich, Polen, Ungarn und Griechenland haben den Anbau des Gen-Maises bereits untersagt. Deutschland kann das nicht ignorieren, fordert Töwe. Der Anbau muss auch hier gestoppt werden.

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