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Gen-Mais-Erprobungsanbau ausgewertet

In Berlin haben am Mittwoch die sachsen-anhaltinische Landesregierung und der InnoPlanta e.V. die Ergebnisse des diesjährigen Erprobungsanbaus von Gen-Mais präsentiert. Erwartungsgemäß feiern die Gentechnikbefürworter den Anbau als Erfolg, sehen in ihm den Beweis dafür, dass eine Koexistenz zwischen gentechnikfreier Landwirtschaft und dem Anbau von Gen-Pflanzen möglich sei. Als einzige Vorsichtsmaßnahme aus wissenschaftlicher Sicht empfahlen sie: 20 Meter Sicherheitsabstand zum nächsten Feld. Das wollte unser Gentechniexperte Christoph Then nicht unkommentiert stehen lassen:

Der aufwändige und mit Steuergeldern unterstützte Erprobungsanbau von genmanipulierten Pflanzen war ein Flop für die Industrie. Viele Landwirte wollten an den Versuchen gar nicht teilnehmen. Zudem hat das Projekt keine neuen Erkenntnisse gebracht, es war letztlich eine große Werbekampagne der Industrie.

Die echten Probleme des Anbaus von Gen-Pflanzen lassen sich aber nicht einfach durch einen Werbefeldzug verdecken. Es ist längst bekannt, dass in den USA und in Kanada die Trennung von genmanipulierten und gentechnikfreien Pflanzen auf dem Acker, bei der Ernte und bei der Verarbeitung nicht funktioniert.

Wenn wir gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittel wirklich schützen wollen, muss der großflächige Anbau der risikoreichen Gen-Pflanzen in Europa unterbleiben. Ein Nebeneinander von gentechnikfreier Landwirtschaft und massenhafter Freisetzung von Gen-Pflanzen ist schlichtweg unmöglich.

Da helfen auch keine '20-Meter-Abstände' zwischen Gen-Acker und gentechnikfreiem Feld. Diese Tatsache ist längst bewiesen - und einige Konzerne erkennen das. So hat Bayer aus seinem ernüchternden Erprobungsanbau in England die Konsequenzen gezogen und dort alle Anträge auf kommerziellen Anbau von Gen-Saaten zurückgenommen. (mir)

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