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Gen-Mais bekommt keinen Fuß auf EU-Boden

Die EU hat am Mittwoch in Brüssel die Zulassung eines genmanipulierten Maises (NK603) des US-Agrogiganten Monsanto abgelehnt. Das Zünglein an der Waage bei der immer wieder hinausgeschobenen Entscheidung spielte die Vertretung Deutschlands. Nun wird das Verfahren an die nächste Instanz weitergereicht. Innerhalb der nächsten drei Monate müssen die zuständigen Minister der EU-Staaten über die Zulassung abstimmen. Der EU-weite Zulassungsstopp von genmanipulierten Pflanzen bleibt solange in Kraft.

Die Brüsseler Entscheidung kommentiert die Greenpeace-Gentechnikexpertin Ulrike Brendel: Die Entscheidung der EU ist ein Etappensieg für die Verbraucher. Die Mehrheit der Verbraucher in Europa will keine Gentechnik im Essen. Die Politik hat mit der Abstimmung gezeigt, dass sie deren Bedenken und die Gefahren der Gentechnik ernst nimmt. Da auch die Lebensmittelhersteller auf den Druck der Verbraucher reagieren, sind in den Supermärkten derzeit fast keine Produkte mit Zutaten aus Gen-Pflanzen zu finden. Für die Abstimmung in Brüssel war die Enthaltung der Bundesregierung entscheidend. So konnten sich die Gentechnik-kritischen Länder durchsetzen.

Eine Ablehnung des Gen-Gewächses ist nicht nur wegen des Verbraucherinteresses gerechtfertigt: Die Genmanipulation bei dem Monsanto-Mais steht unter Verdacht, erhebliche Auswirkungen auf den Stoffwechsel der Pflanze zu haben. Damit ist er eine Gefahr für die Umwelt und die Gesundheit . Die Abstimmung ist auch ein klares Signal an die USA. Europa beugt sich weiterhin nicht dem Druck der US-amerikanischen Regierung. Diese hat vor der WTO geklagt, um per Zwangsverordnung die Gentechnik in Europa durchzusetzen.

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