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Franzosen entdecken neue Gen-Reisverunreinigungen

Der Gen-Reisskandal in Europa geht in die nächste Runde: Jetzt haben französische Behörden einen neuen Gen-Reis in Lieferungen aus den USA entdeckt. Auch dieser Gen-Reis stammt aus dem Hause Bayer CropScience. Er trägt den Namen LL62.

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Vor über vier Wochen waren Verunreinigungen mit dem zum Verwechseln ähnlich klingenden Gen-Reis LL601 festgestellt worden. Sie führten dazu, dass Brüssel Labortests für US-Langkornreisimporte zur Auflage machte. Die Tests zeigen bisher, dass die LL601-Verunreinigung in US-Reislieferungen nicht nachgelassen hat.

Schon wieder ein Gen-Reis von Bayer - für diese Verletzung der Sorgfaltspflicht muss der Konzern zur Rechenschaft gezogen werden, fordert Greenpeace-Gentechnikexperte Henning Strodthoff. Es ist offenkundig, dass Bayer seinen Gen-Reis nicht unter Kontrolle halten kann. Der Konzern muss sofort jedgliche Forschung und Anbauversuche stoppen und aus dieser Risikotechnologie aussteigen, bevor weltweit eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel in Mitleidenschaft gezogen wird.

Strodthoff weiter: Außerdem muss umgehend eine öffentliche Datenbank eingerichtet werden. Dort müssen Gentechnik-Firmen Nachweisverfahren für ihre neuartigen Gen-Pflanzen veröffentlichen. Zusätzlich brauchen die Behörden Referenzmaterial.

In der EU ist jeglicher Gen-Reis illegal. Deshalb hatte sich Brüssel Anfang Oktober an die USA gewandt, um sich auf ein für beide Seiten akzeptables Testverfahren zu einigen. Doch Washington zeigte die kalte Schulter und wollte seine Tests beibehalten. Die hatten sich in der Vergangenheit jedoch als mangelhaft erwiesen.

Deswegen hat Brüssel am Donnerstag umfassende Zwangstest nach EU-Richtlinien für alle Langkornreislieferungen aus den USA für obligatorisch erklärt. Die Maßnahme greift ab nächster Woche. Die Kosten für die Test und für dadurch bedingte längere Hafenliegezeiten der Reisfrachter müssen die Exporteure tragen.

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