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Falsche Darstellung von Gentech-Erfolg

Mit Hilfe einer eigenen Untersuchung hat Greenpeace in Indien festgestellt, dass der Erfolg des kommerziellen Anbaus von Gen-Baumwolle auf einer Falschdarstellung beruht. Ein so genanntes Expertenteam hatte Ende letzten Jahres der Regierung einen Bericht vorgelegt, in dem die Erfahrungen befragter Bauern aus der ersten Anbau-Saison von Bt-Baumwolle nach der behördlichen Zulassung in Indien als positiv dargestellt werden. Greenpeace besuchte nur kurze Zeit später dieselben Bauern und kam zu einem ganz anderen Ergebnis.

Der Besuch des offiziellen Expertenteams bei Bauern des Bundesstaates Andhra Pradesh war von der indischen Filiale des Gentech-Giganten Monsanto, Mahyco Monsanto Biotech, organisiert worden. Eben jener Firma, aus deren Hause das Saatgut der Gen-Baumwolle stammt. Greenpeace rügt, dass nur eine kleine Zahl der Bauern interviewt wurden, die Bt-Baumwolle angebaut hatten und diejenigen nicht zu Wort kamen, die schlechte Erfahrungen mit der Gen-Baumwolle gemacht hatten. Zudem fand die Befragung zum falschen Zeitpunkt statt, nämlich mitten in der Saison. Offenbar wurden einigen Bauern Erfolgsaussagen auch schlicht in den Mund gelegt.

Dieser Fall zeigt ein weiteres Mal, mit welchen Lügen und Propaganda sich die Regierung für die Sache von Monsanto einsetzt, kritisiert Kavitha Kuruganti, Gentech-Experte von Greenpeace. Die Regierung hat wichtige Fragen ausgeblendet, wie die geringere Qualität der Baumwolle, die die Gen-Pflanzen liefern, die Anfälligkeit der Pflanzen für Stängelbruch sowie die ungünstigen Marktchancen der Gen-Baumwolle. Aber auch die Tatsache, dass der Anbau von Bt-Baumwolle arbeitsintensiver ist und dadurch Mehrkosten für den Bauern bedeuten, wurde ignoriert. Greenpeace fordert deshalb eine erneute offizielle Untersuchung auf einer deutlich breiteren Basis. (mir)

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