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EU reagiert auf US-Gen-Reisverschmutzung

In einem Eilverfahren hat die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel die Einfuhr von Langkornreis aus den USA weitestgehend untersagt. Von nun an darf nur noch solcher Reis eingeführt werden, in dem ein anerkanntes Labor keine gentechnischen Verunreinigungen entdecken konnte. Damit hat die Kommission auf den aktuellen Fall des illegalen und für den menschlichen Verzehr nicht zugelassenen Gen-Reis aus den USA reagiert. Der verunreinigt derzeit Reisimporte aus den USA. Die nun getroffenen Maßnahmen kommentiert die Greenpeace-Gentechnikexpertin Ulrike Brendel.

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Es ist gut, dass die Europäische Kommission schnell reagiert. Die Haltung der USA, die die Verunreinigung mit genmanipuliertem Reis von Bayer als Lappalie abtun, ist unhaltbar und wird in Europa nicht unterstützt, sagt Brendel. Damit der Verbraucher keinen Gen-Reis auf den Teller bekommt, sollte die EU allerdings so konsequent handeln wie die japanische Regierung. Da Gen-Reis bereits im Land sein kann, hat sie die Branche angewiesen, vorerst keinen Langkornreis aus den USA mehr zu verarbeiten oder zu verkaufen.

Für Brendel offenbart diese Gen-Reisaffäre erneut eine erhebliche Schwäche der EU: Sie handelt erst, wenn der Ernstfall eintritt. Nötig sind aber Schutzmaßnahmen im Vorfeld. Denn bislang waren es nicht behördliche Kontrollen, die Missstände aufdeckten. Vielmehr wurden die Behörden von den Firmen selbst informiert - oft mit erheblicher Zeitverzögerung. Für Greenpeace belegt dieser Vorfall erneut, dass der Anbau von Gen-Pflanzen unkontrollierbar ist. Greenpeace fordert daher ein generelles Anbauverbot von genmanipulierten Pflanzen.

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