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EU-Kommission vertagt Saatgut-Entscheidung

Die für kommenden Montag angesetzte Entscheidung über erlaubte gentechnische Verunreinigungen im Saatgut ist kurzfristig auf das Jahr 2004 verschoben worden. Zur Begründung gab eine Sprecherin der EU-Kommission am Donnerstag an, dass noch Lücken im Gesetz gestopft werden sollten. Man wolle mögliche spätere Gerichtsverfahren von vornherein ausschließen.

Der Entwurf der Kommission für ein Saatgut-Reinhaltungsgesetz hat in den letzten Wochen für Wirbel gesorgt. Umweltschützer und Bauern zeigten sich besorgt über die geplanten Grenzwerte für gentechnische Verunreinigungen. Je nach Pflanzenart sollen demnach 0,3 bis 0,7 Prozent Verunreinung in konventioneller und ökologisch erzeugter Saat zugelassen werden.

Greenpeace warnte davor, dass mit solchen Grenzwerten der Gentechnik im Essen die Hintertür geöffnet und die Wahlfreiheit der Verbraucher zur Farce werde. Besonders schlimm wäre der Öko-Landbau betroffen: In Bio-Produkten darf keine Gentechnik nachweisbar sein. Das lässt sich nur garantieren, wenn auch das Saatgut sauber bleibt.

Der Gesetzentwurf soll auch noch einmal unter dem Gesichtspunkt der Freisetzung genetisch manipulierter Organismen geprüft werden. Mit einer Entscheidung, so hieß es aus Brüssel, sei nicht vor Ablauf eines halben Jahres zu rechnen. Bis zur nächsten Anbau-Saison 2004 solle sie aber vorliegen.

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