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EU-Kommission schickt Gen-Pflanzen zur Sicherheitsprüfung

Es ist ein Hin und Her - seit Monaten. Die EU-Kommission konnte sich auch heute nicht einigen, ob sie den Zulassungsanträgen für zwei neue Gen-Maispflanzen sowie für die gentechnisch veränderte Kartoffel "Amflora" zustimmen soll. Die Kommissare gaben die Gen-Pflanzen stattdessen zur erneuten Sicherheitsprüfung an die Europäische Sicherheitsbehörde (EFSA) zurück.

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Dabei hatte genau diese Behörde einer Zulassung zugestimmt. Eine Allianz aus Wissenschaftlern und Umweltorganisationen werfen der EFSA jedoch mangelnde Sicherheitsstandard vor und hatten gegen eine Zulassung protestiert.

"Die Entscheidung ist ein Signal an die Gen-Industrie, dass sie nicht länger ohne Widerstand der Kommission ihre gefährlichen Gen-Pflanzen in Europa verbreiten kann", sagt Stephanie Töwe, Gentechnik-Expertin von Greenpeace. "Trotzdem mangelt es der Kommission an Konsequenz. Sie hätte die Zulassungsanträge ablehnen müssen, da die Prüfungsstandards der Europäischen Sicherheitsbehörde (EFSA) für gentechnisch veränderte Pflanzen völlig unzureichend sind."

Töwe erklärt, dass neue wissenschafltiche Studien belegen würden, dass der gentechnisch veränderte Bt-Mais eine Gefahr für die Umwelt darstelle und Risiken nicht kalkulierbar seien. Und auch die "Amflora" stellt für Töwe ein Risko dar: "Die Gen-Kartoffel enthält ein Antibiotikaresistenzgen. Dieses gefährdet die Wirksamkeit von wichtigen Antibiotika, die in der Human- und Tiermedizin benötig werden. Da gibt es nichts mehr zu überprüfen: Gen-Pflanzen, die für Menschen und Tiere gefährlich sein können, müssen verboten werden."

Dass die EU-Kommssion die Zulassungsanträge an die EFSA zurückgewiesen hat, bewertet Töwe als einen Teilerfolg. Tatsächlich hatte die EU-Kommission bislang wenig Schwierigkeiten damit, Gen-Pflanzen zuzulassen. Den Stein ins Rollen brachte im Nowember 2007 EU-Umweltkommissar Dimas.

Er schlug damals vor die beiden Gen-Maispflanzen Bt11 der Firma Syngenta und 1507 der Firma Pioneer/DuPont aus Sicherheitsgründen nicht zu genehmigen. 130.000 Verbraucher beteiligten daraufhin an einer Greenpeace-Mitmachaktion und forderten die EU-Kommission auf, dem Vorschlag Dimas zu folgen. In einem offenen Brief äußerten zahlreiche Wissenschaftler enorme Sicherheitbedenken.

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