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EU-Kommission fordert bessere Risikobewertung bei Gen-Pflanzen

Die EU-Kommission hat am Mittwoch während einer Pressekonferenz in Brüssel deutliche Nachbesserungen in der Risikobwertung von gentechnisch veränderten Pflanzen gefordert. Dabei schließt sie sich in mehreren Punkten auch der Kritik von Greenpeace an, was zum Beispiel die Frage von Langzeituntersuchungen betrifft. Greenpeace fordert aufgrund der jetzt eingestandenen Mängel in der EU-Risikobewertung weitere Schritte wie den Anbaustopp des Gen-Mais MON810.

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Die europäische Zulassungsbehörde für Gen-Pflanzen (EFSA), die von der Kommission deutlich kritisiert wird, hat ebenfalls am Mittwoch ihre jüngsten Berichte zur Risikoabschätzung von Gen-Saaten vorgelegt, in denen die Risiken in Abrede gestellt werden. Womit nationale Verbote in den Mitgliedsländern ihre Begründungen verlieren würden. Angesichts der aktuellen Entwicklungen scheint die Behörde allerdings zum ersten Mal weitgehend isoliert und ohne politische Rückendeckung.

Die EFSA hat heute gezeigt, dass sie ihren eigenen Vorstellungen folgt und keine Änderungen akzeptiert, sagt der Greenpeace-Sprecher Eric Gall in Brüssel. Auch wenn das bedeutet, dass die Gesetze und der Bedarf nach mehr Forschung über die Folgen der Gen-Pflanzen einfach ignoriert werden.

Völlig unbeeindruckt von dem EFSA-Diktum haben am Mittwoch Österreich und die Slowakei erneut nationale Verbote für bestimmte Gen-Pflanzen erlassen. Während Bratislava mit sofortiger Wirkung den Anbau des umstrittenen Gen-Mais MON810 für dieses Jahr untersagte, will Wien keinen Anbau des Gen-Ölraps GT73. Hier befürchtet man die unkontrollierte Verseuchung anderer Rapspflanzen, obwohl der Gen-Raps im August 2005 als unbedenklich von der EU zugelassen worden war.

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