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EU: Kein Schutz vor Gentech?

Beim informellen Treffen der EU-Agrarminister am Montag auf der Insel Korfu hat Greenpeace die Minister aufgefordert, Maßnahmen gegen die drohende Verunreinigung der Landwirtschaft mit gentechnisch veränderten Organismnen (GVO) zu ergreifen. Greenpeace-Aktivisten warnten mit Verkehrsschildern Achtung Kreuzung davor, dass die Landwirtschaftspolitik an einem Scheidepunkt steht. Während die europäischen Agrarminister über Qualität in der Landwirtschaft diskutieren, hat die EU-Komission bereits angekündigt, keine Maßnahmen zum Schutz vor Gentech-Verunreinigungen ergreifen zu wollen.

Das Überleben konventioneller und biologischer Landwirtschaft in Europa steht auf dem Spiel, warnt Eric Gall, Greenpeace-EU-Berater. Die Minister müssen begreifen, dass Ihr Ziel der Qualitätsicherung in der Landwirtschaft, durch die fehlenden Berteitschaft der EU-Kommission, gesetzliche Regelungen zum Schutz vor gentechnischen Verunreinigungen zu treffen, bedroht ist. Wir fordern die Minister auf, sich nicht wie Schafe zu verhalten, die gehorsam der EU-Komission folgen, sondern die Rolle von Schäfern zu übernehmen, die uns zu grüneren Feldern führen.

Noch vor dem Sommer will die EU-Komission ein Maßnahmenpaket zur Sicherstellung der Koexistenz von Landwirtschaft mit und ohne Gentechnik vorlegen. In der Darstellung des EU-Agrarkommissar Fischlers, soll es sich bei gentechnischer Verunreinigung lediglich um ein ökonomisches Problem der konventionellen oder biologischen Agrarbetriebe handeln. Denn die Kosten die durch gentechnische Kontamination entstehen, sollen nicht von der Gentechnik-Industrie bezahlt werden, sondern von den Bauern getragen werden, die Gentechnikfreiheit auf Ihren Äckern sicherstellen wollen. Weiterer Kritikpunkte: Mitgliedstaaten können keine notwendigen nationalen Maßnahmen zum Schutz vor gentechnischer Kontamination wie Gentechnik-freie Zonen ergreifen.

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