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Entscheidet sich Thailand für Gentechnik?

Der thailändische Premierminister Shinawatra Thaksin will ein seit 2001 geltendes Verbot für Freilandversuche mit Gen-Pflanzen aufheben. Das gab er am Wochenende bekannt. Sein Vorschlag muss nun noch vom Kabinett bewilligt werden. Greenpeace verurteilt die Entscheidung scharf.

Laut der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) werfen

Kritiker Thaksin vor, sich dem Druck von Gentechnik-Konzernen wie

Monsanto zu beugen. Die Multis seien am Testen ihrer Gen-Pflanzen sehr

interessiert. Außerdem führt Thailand gerade Verhandlungen mit den USA

über ein Freihandelsabkommen. Die US-Regierung hat es dabei zur

Bedingung gemacht, dass Produkte der Gentechnik in dem asiatischen Land

patentierbar sein müssen.

In Thailand wird die landesweite Gentechnik-Politik vom nationalenKomitee für biologische Sicherheit bestimmt, dessen Vorsitzenderniemand anderes als Thaksin ist. Das Komitee besteht überwiegend ausVerfechtern der Gentechnik. Zwar scheint es die Bauern und Konsumentenüber Gentechnik aufzuklären, verschweigt dabei aber oftmals dieWahrheit.

Die Entscheidung wurde von wenigen Befürwortern der Biotechnologiegetroffen, hebt Gajaseni Jiragorn, Geschäftsführer von GreenpeaceSüdostasien, hervor. Die einzigen, die davon profitieren werden, sindein paar Großkonzerne. Die Rechte der Bauern und Konsumenten werdenignoriert. Es ist offensichtlich, dass diese Resolution aufgrund vonfalschen Behauptungen und Annahmen beschlossen wurde.

Jiragorn weiter:Es gibt keine Studien über die Langzeitauswirkungenvon gentechnisch verändertem Saatgut auf Mensch und Umwelt. Warum alsodrängt die thailändische Regierung so sehr auf diese Genehmigung? Damitsetzt sie die Bevölkerung und die Umwelt einem enorm hohen Risiko aus.

Staatliche Forschungsstelle verkaufte Gen-Papaya-Samen

Stattdessen wird in Thailand die Einführung von gentechnischverändertem Saatsgut rücksichtslos durchgesetzt. Bereits im Juli deckteGreenpeace einen Gentechnik-Skandal in Thailand auf: Eine öffentlicheForschungsstelle verkaufte illegal gentechnisch verändertePapaya-Samen.

In der Provinz Khon Kaen wurde ein Papaya-Feld gentechnischverunreinigt. Als Ursache konnte eine 60 Kilometer entfernteVersuchsplantage für Gen-Papaya der Regierung bestimmt werden. Trotzdemgeht das Komitee davon aus, dass Gen-Pflanzen keinen Einfluss auf ihrenatürliche Umgebung haben.

Der lokalen Presse teilte der Premier Thaksin mit, auch Europa habeseine Türen für die Gentechnik geöffnet. Dem entgegnet Janet Cotter,Gentechnik-Expertin von Greenpeace Großbritannien: Fakt ist, dassEuropa sein Moratorium gegen Gentechnik-Produkte nicht entkräftet,sondern gerade das schärfste Gesetz weltweit verabschiedet hat. Das hatviele Gentechnik-Konzerne davon abgeschreckt, in Europa zu agieren.(kab)

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