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Einen Korb für Körber

Gentechnik macht einsam - Ein Korb für Körber. Das konnten am Dienstag in Berlin die Teilnehmer des Deutschen Handelskongresses 2003 auf Plakaten lesen, die 13 Greenpeace-Aktivisten zur Eröffnung mitgebracht hatten. Auch Dr. Hans-Joachim Körber, Vorstandsvorsitzender der Metro AG, war darauf zu sehen. Die Aktivisten verteilten an jeden der Delegierten einen Korb, der ein Flugblatt und eine Tafel Bioschokolade enthielt - frei von Gentechnik.

Hintergrund: Metro hatte vor einigen Wochen öffentlich erklärt, den Verbraucher über Gentechnik im Essen wahrheitsgemäß zu informieren, damit er eigenverantwortliche Auswahlentscheidungen treffen kann. Daraufhin ist dem EinkaufsNetz, der Greenpeace-Verbraucherorganisation, ein internes Papier zugespielt worden. Daraus geht hervor, dass Metro im Gegensatz zu seiner öffentlichen Äußerung genmanipulierte Nahrung durchsetzen will.

Etwa 70 Prozent der Verbraucher haben sich in einer Umfrage des Europabarometer gegen Gentechnik im Essen ausgesprochen. Das EinkaufsNetz hat mittlerweile von rund 170 Firmen eine schriftliche Zusage, dass sie auf Zutaten aus gentechnisch veränderten Organismen verzichten - das sind etwa 80 Prozent der vorher angeschriebenen Firmen. Metro droht demnach zu vereinsamen, sollte der Konzern weiter Gentechnik gegen den Verbraucher durchsetzen wollen. (mod)

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