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Ein weiteres Kapitel im StarLink-Skandal

Ein Testprogramm der US-Landwirtschaftsbehörde hat gezeigt, dass mehr als ein Prozent aller Maisproben in den USA mit dem längst verbotenen Gen-Mais StarLink verseucht sind. Zum Vergleich: Würden in Deutschland in einem Prozent aller Proben Spuren eines verbotenen Gen-Maises entdeckt, so hieße das, dass jede hundertste Maislieferung illegal wäre und vernichtet werden müsste.

StarLink war noch niemals für den menschlichen Verzehr zugelassen. Vom Zulassungsantrag 1997 bis zum Verbot 2000 hat er in den USA für heftige Debatten und Skandale gesorgt. Der Gen-Mais produziert ein Insektizid, das im Verdacht steht, beim Menschen schwere Allergien auszulösen. Die US-Umweltbehörde EPA genehmigte ihn 1998 ausschließlich als Schädlingsvernichtungsmittel zur Verwendung in Tierfutter.

Die Herstellerfirma musste damals garantieren, dass StarLink nicht in die menschliche Nahrungskette gelangen würde. Zwei Jahre später wurde der Gen-Mais zunächst in Tacohüllen der Firma Kraft, kurz darauf auch in anderen Produkten gefunden. Das StarLink-Saatgut wurde noch im Jahre 2000 aus dem Verkehr gezogen, taucht aber seitdem immer wieder in amerikanischem Mais auf. Kommentar eines Mitarbeiters der Staatsanwaltschaft Iowa: Es ist schwer, die Zahnpasta in die Tube zurückzudrücken.

Greenpeace-Experte Henning Strodthoff sieht im StarLink-Skandal eine Lektion. Es sei offensichtlich, dass die Gentechnik unter den gegebenen landwirtschaftlichen Bedingungen nicht unter Kontrolle zu halten sei. Einmal in die Welt gesetzt, lasse sie sich kaum noch zurückholen. (sit)

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