Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Pharmazeutischer Mais auf landwirtschaftlichen Äckern

Die ProdiGene-Affäre

US-Nahrungsmittelhersteller forderten in der vergangenen Woche ein vorübergehendes Verbot, Mais und Sojabohnen für die Herstellung pharmazeutischer Produkte zu nutzen. Anlass für die Forderung: Genetisch veränderter Medizin-Mais des texanischen Biotechnologie-Unternehmens ProdiGene hatte sich mit Soja- und Maispflanzen vermischt, die der Nahrungsmittelerzeugung dienen sollten.

ProdiGene experimentiert mit Mais, der genetisch so manipuliert wird, dass er als Medikament gegen Diabetes und Diarrhoe eingesetzt werden kann. Die gentechnisch veränderte Pflanze ist weder als Viehfutter noch für den menschlichen Verzehr zugelassen. Dennoch wurden in Iowa Mais- und in Nebraska Sojabohnenfelder gefunden, die mit Rückständen des pharmazeutischen Maises verseucht waren.

ProdiGene erhielt die Auflage, die knapp 63 Hektar kontaminierten Maises zu vernichten, und muss möglicherweise 13.500 Tonnen verseuchter Sojabohnen in Nebraska aufkaufen. Um zumindest einen Teil der entstehenden Unkosten auszugleichen, überlegt das Unternehmen jetzt, die Sojabohnen zu Bio-Diesel-Kraftstoff zu verarbeiten. (sit)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Gentechnik beim Namen nennen

Die „Genschere“ Crispr ist Gentechnik, entschied heute der Europäische Gerichtshof. Daraus entstehende Produkte sind damit kennzeichnungspflichtig. Gut für Umwelt und Verbraucher!

Na dann Mahlzeit!

CETA tritt vorläufig in Kraft – und in Kanada kommt genveränderter Lachs auf den Markt. Der könnte durch das Handelsabkommen in Europa landen, so Greenpeace-Analysen.

Bleib sauber

Raps-Saatgut ist frei von Gentechnik. Die anstehende Fusion von Bayer und Monsanto sowie eine neue Generation an Pflanzen bedrängen jedoch die gentechnikfreie Landwirtschaft.