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Der Terminator im britischen Raps

In Großbritannien sollen nach Angaben von Umweltschützern in den letzten Jahren Freilandversuche mit gentechnisch verändertem Ölraps durchgeführt worden sein. Auf über 150 Feldern soll dabei die weltweit geächtete Terminator-Technologie zum Einsatz gekommen sein. Die Samen für den Gen-Raps stammten von dem Argo-Konzern Bayer CropScience. Sowohl das Agro-Unternehmen als auch die zuständige britische Behörde hielten die Verwendung der Technologie bislang geheim, berichtet die neuseeländische Nachrichtenagentur Scoop. Noch Ende Januar ließ die Umweltministerin Margaret Beckett lediglich durchblicken, dass sich der in Großbritannien angebaute Gen-Raps von den Sorte in Kanada und den USA unterscheide.

Das Besondere an der Terminator-Technologie ist die nach der genetischen Manipulation künstlich herbeigeführte Sterilität der Pflanzen. Die Agrar-Multis können so verhindern, dass Bauern einen Teil der Ernte für die Aussaat im nächsten Jahr einsetzen können. Stattdessen muss das teure Gen-Saatgut jedes Jahr neu bei den Konzernen und Patentinhabern gekauft werden. Die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) geht davon aus, dass rund 1,4 Milliarden Bauern der südlichen Hemisphäre darauf angewiesen sind, aus der letzten Ernte gewonnenes Saatgut einzusetzen.

Auch das in London ansässige Institute of Science in Society (ISIS) warnt vor der Terminator-Technologie, die in Großbritannien zum Einsatz kam. Wissenschaftler des Institutes haben in Versuchen entdeckt, dass die Terminator-Gene der manipulierten Rapspflanzen auch auf verwandte Arten wie Broccoli, Senf und Blumenkohl sowie wildlebende Pflanzen übertragen werden können. Besonderes Gewicht bekomme dieser Befund vor dem Hintergrund, dass für ähnliche Gen-Pflanzen über die Zulassung des kommerziellen Anbaus in der EU nachgedacht werde, so die Forscher. (mir)

Weitere Informationen auf den Seiten des ISIS (http://www.i-sis.org.uk/CEDF.php)(auf Englisch)

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