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Das Saatgut der Pandora

Am Samstag haben rund 1000 Personen in der Schweiz gegen einen geplanten Freilandversuch mit Gen-Weizen protestiert. Die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich will auf einem Versuchsfeld in Lindau das gentechnisch veränderte Gut aussäen. Eine Beschwerde von Greenpeace beim Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) wurde abgelehnt. Jetzt bleibt nur noch der Gang zum Bundesgericht.

Die Gentechnik-Kritiker versammelten sich in Sichtweite des Versuchsfeldes. Dort begründete ein halbes Dutzend Redner die Ablehnung des Experiments:

Die künstlich eingefügten Gene, darunter auch ein Antibiotika Resistenzgen, werden mit dem Versuch in der Natur verbreitet. So wird die bereits bestehende Gefahr der Resistenzbildung bei Mensch und Tier noch erhöht. Der ETH-Versuch in Landau ist dabei nur ein Türöffner-Experiment, das den Boden für weitere Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen bereiten soll.

Nicht nur in der Schweiz besteht das Problem der Freilandversuche. Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland zu Versuchszwecken ist nach Genehmigung des Robert-Koch-Instituts erlaubt, erläutert Greenpeace Landwirtschafts-Experte Alexander Hissting. Aktuell gibt es Anträge auf Freilandversuche mit Gen-Weizen in Sachsen-Anhalt. Solch ein Versuch der Firma Syngenta konnte letztes Jahr noch durch Greenpeace-Proteste verhindert werden.

Aktivisten entdeckten die vorgesehene Fläche in Gotha/Thüringen und säten dort Bio-Weizen aus - noch bevor der Konzern sein Gen-Saatgut pflanzen konnte.

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