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Co-op sagt Nein zu Gen-Pflanzen

Die britische Supermarktgruppe Co-op hat diese Woche erklärt, dass sie jeden Regierungsvorschlag ablehnt, der dem kommerziellen Anbau von genetisch manipulierten Feldfrüchten den Weg ebnet. Der Lebensmittelhändler, der zugleich der größte landwirtschaftliche Betrieb Großbritanniens ist, hat entschieden, auf dem eigenen Land keine Gen-Pflanzen anzubauen. Die Co-op-Gruppe verkauft in ihren rund 1.800 Geschäften jedes Jahr Nahrungsmittel im Werte von 7,2 Milliarden Euro.

Zuvor hatte Co-op eine Kundenbefragung in Auftrag gegeben. Dabei kam heraus, das 55 Prozent der Befragten gegen jede Genmanipulation sind. Lediglich 38 Prozent zeigten sich gegenwärtig von den Vorteilen der Gentechnik überzeugt. Ein weiteres Umfrageergebnis: 78 Prozent der Befragten gaben an, dass sie noch davon überzeugt werden müssten, dass der Anbau von genmanipulierten Pflanzen in Großbritannien erlaubt werden sollte.

Wir haben die Gen-Debatte verfolgt und mit Experten auf beiden Seiten gesprochen, sagte der Co-op-Chefdirektor Martin Beaumont. Aufgrund der derzeit sichersten wissenschaftlichen Erkenntnis und der überwältigenden Ablehnung unter unseren Mitgliedern, sagt Co-op Nein zum kommerziellen Anbau von Gen-Nutzpflanzen in Großbritannien. Britische Wissenschaftler hatte in der vergangenen Woche berichtet, nach drei Jahren Freilandversuchen sei klar, dass einige genmanipulierte Pflanzen schlimmere Folgen für die Umwelt verursachten als konventionell gezüchtete. (mir)

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