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Campina/Landliebe soll gegen Gen-Futter vorgehen

An die Gebäudewand des niederländischen Auslieferungszentrums der Molkerei Campina haben Greenpeace-Aktivisten am Montagmorgen Diabilder der Urwaldzerstörung in Südamerika projiziert. Sie protestieren damit gegen die Campina-Firmenpolitik, die zulässt, dass die Campina-Milch von Kühen stammt, die mit Gen-Futter gefüttert wurden. In der Regel enthält das Futter Gen-Soja oder Bestandteile davon.

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Soja aus Argentinien macht in den Niederlanden mehr als die Hälfte des gesamten Tierfutters aus. In Argentinien wird heute fast nur noch Gen-Soja angebaut. In Südamerika wird für die Soja - auch für die Gen-Soja - großflächig Regenwald gerodet.

Campina produziert und verkauft seine Produkte auch in Deutschland und fährt hier dieselbe Firmenpolitik. Ihre bekannteste Marke ist Landliebe. Mit millionenschweren Werbebudgets versucht Landliebe ein besonders naturnahes Image zu geben. Landliebe-Idylle und Gen-Futter passen nicht zueinander, sagt der Greenpeace Gentechnikexperte Alexander Hissting. Landliebe sollte lieber in gentechnikfreies Futter investieren, als die Verbraucher zu täuschen.

In diesem Sommer hatte Greenpeace aufgedeckt, dass Campina-Milchlieferanten in Deutschland den umstrittenen Gen-Mais MON810 der Firma Monsanto anbauen. Und Mais wird zu großen Teilen als Milchviehfutter eingesetzt. Greenpeace fordert Campina/Landliebe auf seine Verträge mit den Landwirten zu ändern, damit eine Fütterung von Gen-Pflanzen ausgeschlossen wird.

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