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Campina nimmt weiter Milch von Gen-Maisbauern

Vor der Firmenzentrale des Molkereikonzerns Campina/Landliebe in Heilbronn protestiert Greenpeace am Montag gegen die Verfütterung von genmanipuliertem Mais an Milchkühe. Vor zwei Wochen wurde aufgedeckt, dass Bauern aus Brandenburg, die Gen-Mais anbauen, ihre Milch an die Großmolkerei liefern.

Damit der umstrittene Mais nach der Ernte nicht an Milchkühe verfüttert wird, haben Verbraucher in bislang zwölf deutschen Städten den Greenpeace-Protest unterstützt. Sie ließen sich mit Protestschildern fotografieren. Einige der Fotos präsentiert Greenpeace im Großformat vor der Campina-Zentrale. Der Molkereikonzern wurde aufgefordert, die Milch dieser Landwirte nicht für Milchprodukte zu verwenden und vertraglich klar zu regeln, dass die Vertragslandwirte von Campina zukünftig keine Gen-Pflanzen mehr anbauen.

Laut Landliebe Werbung kommt die Milch von ausgewählten Bauernhöfen. Warum wählt Campina Bauern aus, die Gen-Mais anbauen?, fragt Alexander Hissting, Gentechnik-Experte bei Greenpeace. Landliebe-Idylle und Gen-Mais Anbau sind ein Widerspruch.

Campina muss sich klar vom Anbau und der Verfütterung von Gen-Pflanzen distanzieren. Die Mehrheit der Verbraucher lehnt Gentechnik ab. Die Risikotechnik hat deshalb im Futtertrog der Milchkühe nichts zu suchen. Auf Gen-Mais als Futter zu verzichten, ist ein Kinderspiel. Andere Molkerei-Unternehmen haben das längst vorgemacht.

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