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Campina kriegt Milch zurück

Greenpeace-Aktivisten haben der Molkerei Campina am Donnerstag 2000 Liter Milch zurückgebracht. Mit einer Riesen-Wanne Milch vor dem Eingang der niederländischen Zentrale Konzerns in Zaltbommel protestiert Greenpeace gegen die Verfütterung von Gen-Pflanzen bei der Milchproduktion. Trotz seines naturnahen Images, das Campina in Deutschland mit der Marke Landliebe teuer verkauft, weigert sich Campina bislang standhaft, seine Vertragsbauern auf gentechnikfreie Fütterung zu verpflichten.

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Damit ist Campina mitverantwortlich für den Anbau von Gen-Pflanzen, dessen Folgen für Mensch und Umwelt bislang noch niemand absehen kann. Dabei gibt es auf dem Weltmarkt genügend gentechnikfreie Futtermittel, um eine Milchproduktion ohne Gen-Pflanzen zu gewährleisten, sagt der Gentechnikexperte Jeroen Scharroo von Greenpeace. Das zeigen auch die Beispiele aus Österreich und Deutschland. Im Alpenstaat hat die zweitgrößte Molkerei (NÖM) im letzten Jahr auf gentechnikfrei umgestellt und auch in Deutschland steht mittlerweile in vielen Kühlregalen der Supermärkte die Milch ohne Gentechnik.

Als größter Milch-Konzern der Niederlande und eine der größten Molkereien Europas kann Campina ein deutliches Signal für eine gentechnikfreie Landwirtschaft setzen. Es stünde Campina gut zu Gesicht, die Nachfrage nach gentechnikfreien Futtermitteln zu steigern, so Scharroo. Damit käme der Konzern seiner Verantwortung nach und könnte weitere Schäden für die Umwelt verhindern. Das wäre dann tatsächlich naturnah.

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