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Bt11-Mais kommt vorläufig nicht

Der Schweizer Agro-Konzern Syngenta will seinen umstrittenen Gen-Mais Bt11 vorerst nicht auf den Lebensmittelmarkt der EU bringen. Das berichtete am Freitag das Pariser Wirtschaftsblatt Les Echos. Erst am Mittwoch hatte die Europäische Kommission nach einem langwierigen Prozedere grünes Licht für den Bt11-Mais gegeben.

Der Gentechnik-Gigant gab als Grund für seinen vorläufigen Verzicht Bedenken der Lebensmittelindustrie an. Diese könne den gentechnisch veränderten Mais in der aktuellen Lage nicht vermarkten.

Die Verbraucher in Europa haben sich entschieden - das hat auch Syngenta verstanden, kommentiert Henning Strodthoff, Gentechnikexperte bei Greenpeace, die Entscheidung. Gen-Food hat in Europa keine Zukunft. Die EU-Kommission hat bei ihrer Entscheidung die Verbraucherinteressen ignoriert. Sie ist unter dem Druck der Industrie und der USA eingeknickt.

Der Bt11-Mais produziert ein Gift, das ihn vor dem Maiszünsler schützen soll. Greenpeace liegen Informationen vor, die den Verdacht nähren, dass bei der Erschaffung des transgenen Mais im Labor Fehler aufgetreten sind. So enthält der Mais aufgrund der Manipulation mehrere falsche Genabschnitte. Was noch mysteriöser ist: Es ist Erbsubstanz vorhanden, die von anderen Gen-Pflanzen stammt und in diesem Mais gar nicht enthalten sein dürfte. Darüber hinaus fehlen wichtige Sicherheitsdaten und eingehende Untersuchungen.

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