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Brasilien: Agrarminister pro Gentechnik

Das Verbot von genmanipulierten Pflanzen in der brasilianischen Landwirtschaft könnte bald der Vergangenheit angehören. Der zukünftige brasilianische Agrarminister Roberto Rodrigues hat sich am Montag dafür ausgesprochen, gentechnisch verändertes Futtermittel für die Tierzucht zuzulassen. Dies werde nur unter strengster Kennzeichnung und wissenschaftlicher Kontrolle geschehen, um die Gesundheit der Menschen und die Umwelt nicht zu gefährden.

Rodrigues ist Vorsitzender der Brasilianischen Gesellschaft für Agrarindustrie und parteilos. Letzte Woche wurde er vom kürzlich gewählten Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva zum Minister ernannt. Die Arbeiterpartei des designierten Präsidenten ist gegen die Nutzung gentechnisch veränderten Saatgutes. Sie hat jedoch angegkündigt, für wissenschaftliche Expertenmeinungen offen zu sein. Der internationale Biotech-Konzern Monsanto versucht schon seit Jahren von der brasilianischen Regierung eine Erlaubnis für den Verkauf seiner genmanipulierten Sojasamen zu bekommen.

Brasilianische Umweltschützer und Verbraucheraktivisten kämpfen gegen die Zulassung. Wir sind von der Aussage des Ministers überrascht, kommentierte Greenpeace-Sprecherin Mariana Paoli. Weiter betonte sie: Lula hat in der Gentechnikfrage eine sehr starke Verantwortung. Brasilien gehört weltweit zu den größten Exporteuren von Agrarprodukten. (abu)

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