Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Bis zu zwei Drittel US-Saatgut genverseucht

Die US-amerikanische Union of Concerned Scientists warnt vor der massenhaften ungewollten Kontaminierung von Saatgut durch Gen-Pflanzen. Bis zu zwei Drittel der amerikanischen Mais-, Soja- und Rapssamen seien bereits verseucht. Die Folgen seien unkalkulierbar.

Bisherige Schätzungen gingen davon aus, dass höchstens ein Prozent des konventionellen Saatguts in den USA durch genmanipulierte Samen kontaminiert sei. Die neue Studie Gone to Seed. Transgenic Contaminants in the Traditional Seed Supply widerlegt diese Annahme.

Die Mikrobiologinnen Margaret Mellon und Jane Rissler von der Union of Concerned Scientists untersuchten konventionelles Saatgut von Mais, Soja und Raps. Sie fanden in der Hälfte der untersuchten Mais- und Sojasamen Gene aus gentechnisch veränderten Pflanzen. Rapssamen waren sogar zu 80 Prozent verunreinigt.

Die Studie bestätigt, was Kritiker der Gen-Pflanzen fürchten: Ist der Geist erst einmal aus der Büchse, lässt er sich nicht mehr kontrollieren. Was in den USA, einem der Hauptanbauländer genmanipulierter Ackerpflanzen, bereits Realität ist, macht auch vor anderen Ländern nicht Halt.

 

Die Studie "Gone to Seed" und eine vierseitige Zusammenfassung finden Sie auf der Internetseite der Union of Concerned Scientists: www.ucsusa.org (http://www.ucsusa.org/food_and_environment/biotechnology/seed_index.html)

 

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Gentechnik beim Namen nennen

Die „Genschere“ Crispr ist Gentechnik, entschied heute der Europäische Gerichtshof. Daraus entstehende Produkte sind damit kennzeichnungspflichtig. Gut für Umwelt und Verbraucher!

Na dann Mahlzeit!

CETA tritt vorläufig in Kraft – und in Kanada kommt genveränderter Lachs auf den Markt. Der könnte durch das Handelsabkommen in Europa landen, so Greenpeace-Analysen.

Bleib sauber

Raps-Saatgut ist frei von Gentechnik. Die anstehende Fusion von Bayer und Monsanto sowie eine neue Generation an Pflanzen bedrängen jedoch die gentechnikfreie Landwirtschaft.