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Bayer AG - der neue Gentechnik-Riese

Seit der offiziellen Übernahme des Gen-Konzerns Aventis CropScience im Mai 2002 hat die Bayer AG ihre Produkt-Palette um das Segment Gentechnik erweitert. Die Bayer AG ist durch den Kauf von Aventis zweitgrößter Agrar- und Chemiekonzern der Welt geworden - nach dem schweizerischem Konzern Syngenta. Neben Chemie- und Pharma-Produkten setzt Bayer jetzt auf zusätzliche Profite durch die Risikotechnologie Gentechnik.
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Seit der offiziellen Übernahme des Gen-Konzerns Aventis CropScience im Mai 2002 hat die Bayer AG ihre Produkt-Palette um das Segment Gentechnik erweitert. Die Bayer AG ist durch den Kauf von Aventis zweitgrößter Agrar- und Chemiekonzern der Welt geworden - nach dem schweizerischem Konzern Syngenta. Neben Chemie- und Pharma-Produkten setzt Bayer jetzt auf zusätzliche Profite durch die Risikotechnologie Gentechnik.

Bayer schluckt Aventis CropScience

Nachdem die Europäische Kommission der Übernahme bereits am 17. April 2002 zugestimmt hatte, kam Ende Mai auch das Go von der amerikanischen Kartellbehörde Federal Trade Commission: Die Bayer AG durfte Aventis CropScience übernehmen. Aus Aventis CropScience wurde Bayer CropScience. Der Kaufpreis betrug 7,25 Milliarden Euro. Die Bayer AG erhofft sich von seiner neuen Sparte Bayer CropScience einen Jahresumsatz von 6,5 Milliarden Euro.

Durch die Übernahme wird Bayer zu einem der weltweit führenden Konzerne in der Agrar- und Chemie-Sparte. Daran konnten auch die Auflagen der Kartellbehörden nichts ändern, die den Konzern zum Verkauf einzelner Produktbereiche zwangen.

Die Bayer AG, die sich seit dem 1. Juli 2002 New Bayer nennt, teilt sich in die Unternehmensbereiche Gesundheit, Landwirtschaft, Polymere und Chemie auf. Sie sollen ab 2003 als eigenständige Tochtergesellschaften geführt werden. Vorstandsvorsitzender der Bayer AG ist Werner Wenning. Dr. Jochen C. Wulff leitet den Teilkonzern Bayer CropScience.

Konzentration des Agrar-Sektors

Die von Bayer übernommene Firma Aventis CropScience war die Agrar-Sparte des deutsch-französischen Pharma-Konzerns Aventis SA mit Sitz in Straßburg/Frankreich. Aventis SA entstand 1999 durch den Zusammenschluss der deutschen Firma Höchst und der französischen Firma Rhone-Poulenc.

Der Agrar-Sektor konzentriert sich immer weiter und die herrschenden Konzerne kann man inzwischen an einer Hand abzählen:

  • Syngenta, Basel/Schweiz (deutsche Regionalvertretungen in Maintal, Kleve-Kellen und Bad Salzuflen)
  • Bayer AG, Leverkusen
  • Monsanto, St. Louise/USA (deutscher Sitz: Düsseldorf)
  • DuPont, Wilmington/USA (deutscher Sitz: Bad Homburg); die Saatgut-Sparte von DuPont heißt Pioneer, Des Moines/USA.

Sie alle lassen sich vertreten durch CropLife, dem internationalen Dachverband der Pflanzenzüchter (Sitz: Brüssel/Belgien).

Bayer jubelt uns Gentechnik unter

Im Mai 2002 protestierte Greenpeace gegen ein Versuchsfeld mit genmanipuliertem Raps der Firma Bayer/Aventis. Der Gen-Acker befand sich in der Nähe der Ortschaft Biere, südlich von Magdeburg in Sachsen-Anhalt. Der dort angebaute Gen-Raps wurde durch Genmanipulation gegen das Breitband-Herbizid Basta/Glufosinat (Pflanzenvernichtungsmittel) widerstandsfähig gemacht.

In der direkten Umgebung des Test-Ackers liegen konventionelle Rapsfelder. Trotz aller Warnungen von Greenpeace hat die Firma Bayer die Auskreuzung, d.h. die Übertragung der neuartigen Gene auf nicht gentechnisch veränderte Raps-Pflanzen nicht verhindert.

Von Greenpeace in Auftrag gegebene Analyseergebnisse aus dem unabhängigen Labor Gene-Scan in Bremen belegen: Die Hälfte der untersuchten Raps-Sammelproben enthalten die gentechnische Veränderung. Der Gen-Raps von Bayer ist auf die umliegenden Felder ausgekreuzt.

Der Gen-Raps der Versuchsfelder ist weder für den Anbau noch für den Handel freigegeben. Daher darf auch der ausgekreuzte Raps nicht in den Verkehr gebracht werden. Die zuständigen Behörden müssen sicherstellen, dass die Ernte unschädlich entsorgt wird.

Hätte Greenpeace die Auskreuzung des Gen-Raps in die benachbarten Felder nicht nachgewiesen, wäre die durch Gentechnik verschmutzte Ernte in den Handel und damit in unsere Lebensmittel gelangt. Obwohl die Mehrheit der Landwirte und Verbraucher in Deutschland Gentechnik auf dem Acker und in Lebensmitteln ablehnen, jubelt uns Bayer seine Gen-Pflanzen auf diesem Wege unter.

Die belgische Regierung ließ im April 2002 eine Anpflanzung mit Gen-Raps von Bayer vernichten. Bayer/Aventis hatte den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand für den Versuchsanbau nicht beachtet. Zusätzlich wurde wegen der Gefahr der Auskreuzung auch der Raps auf den umliegenden konventionellen Rapsfeldern vernichtet.

Pollen von Gen-Raps im Honig

In Kanada können Imker kaum noch gentechnikfreien Rapshonig herstellen. Auf über der Hälfte aller Rapsfelder wachsen dort Gen-Pflanzen, darunter die Rapssorten SeedLink und LibbertyLink von Bayer. Die Bienen können jedoch nicht zwischen normalen und Gen-Rapsfeldern unterscheiden. So gelangt die Gentechnik über unseren Honig auf´s Butterbrot.

Anfang Juli 2002 fand Greenpeace in deutschen Supermärkten Honig aus Kanada, der mit Pollen von Gen-Raps verunreinigt war. Betroffen waren:

  • Canadischer Raps-Klee Honig von Biophar/Fürsten-Reform und
  • Clover Crest Kanadischer Kleehonig der Firma Breitsamer.

Sie enthalten Bestandteile der Bayer Gen-Rapssorten SeedLink und LibbertyLink sowie RoundupReady des Gentech-Konzerns Monsanto.

Die Supermarktketten Tegut und Famila haben darauf hin zugesichert, zukünftig keinen kanadischen Honig mehr zu verkaufen. Auch die Firma Langnese hat Greenpeace gegenüber bestätigt, keinen kanadischen Honig mehr in ihren Produkten zu verwenden.

Greenpeace fordert:

  • Keine Freisetzung von gentechnisch veränderten Lebewesen
  • Kein Anbau von Gen-Pflanzen
  • Keine Gentechnik im Essen

 

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