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Bauern meiden Gen-Mais: weniger Gen-Felder als angekündigt

Die meisten Landwirte haben längst erkannt, dass Gentechnik auf dem Acker keine Zukunft hat, sagt Henning Strodthoff, Gentechnik-Experte von Greenpeace. Das bestätigen auch die harten Fakten: Im staatlichen Anbaukataster waren bis Februar etwa 2.000 Hektar für eine Gen-Maisaussaat in diesem Jahr angemeldet. Aber auf lediglich rund 1.000 Hektar wurde laut Kataster auch tatsächlich Gen-Mais ausgebracht.

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Nun muss Verbraucherminister Horst Seehofer endlich die Rahmenbedingungen für eine gentechnikfreie, naturnahe Landwirtschaft verbessern, fordert Strodthoff. In vielen Regionen überzeugten Nachbarn, Imker und Landbesitzer Bauern, die mit der Gentechnik liebäugelten, von einem gentechnikfreien Anbau. Erst vor wenigen Tagen hatte auch der Bayerische Bauernverband vom kommerziellen Anbau der Risiko-Saaten abgeraten.

Insektenresistenter Gen-Mais überflüssig, weil Bauern auf naturnahe Methoden setzen

Im brandenburgischen Blankenberg haben sich die Landwirte untereinander auf einen gentechnikfreien Maisanbau geeinigt. Wir brauchen keinen insektenresistenten Gen-Mais, sagt Bio-Bauer Dr. Bernd Pieper. Schädlinge wie der Maiszünsler sind für uns kein Problem. Wir regeln das mit einer fachgerechten Fruchtfolge auf dem Acker. Weil sein Gen-Maisanbau der ganzen Region nur geschadet hätte, hat mein Nachbar die Anmeldung zurückgezogen. Der in Deutschland zugelassene Gen-Mais MON810 des Agrarkonzerns Monsanto produziert ein Gift, das für den Maiszünsler, einen Käfer, tödlich ist.

Greenpeace fordert ein Verbot des Anbaus von Gen-Mais. Selbst die EU-Kommission äußert inzwischen gravierende Bedenken gegen genmanipulierte Pflanzen. Negative Folgen für die Umwelt und die Gesundheit der Verbraucher durch die Agro-Gentechnik könnten laut Kommission nicht mehr ausgeschlossen werden.

Verbraucherminister Horst Seehofer müsste diese Bedenken ernst nehmen. Wir befürchten jedoch, das Seehofer den Gen-Anbau durch wachsweiche Regeln fördern will, sagt Strodthoff. Seehofer hat unter anderem angekündigt, Gen-Pflanzen anbauende Bauern für Schäden auf benachbarten Flächen finanziell unter die Arme greifen zu wollen. Strodthoff: Unsinniger kann Politik nicht sein: Wieso sollte die Risikotechnologie gegen den Willen der Verbraucher und zum Schaden der Umwelt und des ökologischen Landbaus aus Steuergeldern gefördert werden?

Der Landeigentümer kann Gen-Saaten verbieten

Bauern, die Gen-Pflanzen anbauen wollen, müssen die entsprechenden Anbauflächen drei Monate vor der Aussaat registrieren lassen. Über das Anbaukataster können benachbarte Bauern und Landeigner prüfen, ob sie von Gen-Maisanbau betroffen sind. Ein Vetorecht gegen den Anbau haben allerdings nur die Eigentümer der potenziellen Gen-Äcker. Sie können im Pachtvertrag den Anbau verbieten. Besonders die Kirchen nutzen diese Möglichkeit.

Unseren Pächtern haben wir die Aussaat von Gen-Pflanzen untersagt, erklärt Kerstin Höpner-Miech, Pfarrerin in Mühlberg/Elbe, Südbrandenburg. Wir verwalten rund 2.000 Hektar Land und tragen eine Verantwortung für die Schöpfung. Zudem müssen wir uns vor einem möglichen Wertverlust der Flächen durch Gentechnik schützen.

Gen-Mais landet in der Milchproduktion

Mais wächst in Deutschland auf etwa 1,7 Millionen Hektar Anbaufläche. Der Schwerpunkt des deutschen Gen-Maisanbaus liegt in Brandenburg. Nach Greenpeace-Recherchen beteiligen sich neben staatlichen Einrichtungen nur eine kleine Anzahl von Privatbetrieben am Anbau. Die Milch der landwirtschaftlichen Betriebe, die den angebauten Gen-Mais verfüttern wollen, wird größtenteils an die Molkereien Müller Milch, Humana und Campina geliefert.

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