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Bauer macht seinen illegal angebauten Gen-Mais unschädlich

Am Freitag hat der Gen-Bauer Jörg Piprek begonnen, den illegal angebauten Gen-Mais auf seinem rund 27 Hektar großen Acker zu zerstören. Allerdings blieben auf einem Teilstück Pflanzen stehen. Noch am Vortag hatten 15 Greenpeace-Aktivisten das Feld in der Nähe von Strausberg/Brandenburg als Tatort Gen-Acker gekennzeichnet, weil dort Gen-Pflanzen angebaut wurden, ohne dass das den Behörden gemeldet worden war. Das ist laut Gentechnikgesetz verboten. Deswegen hatten die Aktivisten bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt Oder Strafanzeige gestellt.

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Nun kommt Piprek der Forderung von Greenpeace nach, den Gen-Mais noch vor der Blüte unschädlich zu machen. Er hatte den umstrittenen Gen-Mais MON810 angebaut, wie Analysen von Blattgewebeproben ergaben. Das Vernichten der Gen-Pflanzen kommentiert Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin von Greenpeace:

Gestern noch hatte der Gen-Mais-Bauer Jörg Piprek gegenüber Greenpeace jegliche Schuld abgestritten. Doch offenbar hat er die Angelegenheit über Nacht überdacht und versucht jetzt alle Spuren zu verwischen. Piprek muss nun zügig auch den noch auf der Ackerfläche verbliebenen Gen-Mais und den im Naturschutzgebiet Ruhlsdorfer Bruch entsorgen. Dort baut Piprek entgegen behördlicher Anweisung ebenfalls Gen-Mais an.

Brendel erklärt: Der Vorgang in Brandenburg zeigt, wie dringend das Gentechnikgesetz verbessert werden muss: Das Anbauregister hat eine wichtige Kontrollfunktion und darf nicht verwässert werden. Klare Regeln zum Schutz der Umwelt und ökologisch sensibler Gebiete müssen verankert werden.

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