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Bald gentechfreies Brasilien?

Nach monatelangem Druck von Greenpeace hat ein großer brasilianischer Nahrungsmittelhersteller bekannt gegeben, dass er in Zukunft auf jegliche genmanipulierte Inhaltsstoffe in seinen Produkten verzichten will. Dies gilt auch für Fleisch und Tierfutter. Ein zusätzliches Sicherheitssystem soll dafür sorgen, dass auch die Zulieferungen nicht gentechnisch verunreinigt sind.

Mit der Zusage des Unternehmens Perdigao bekräftigt Brasilien seine Vorreiterstellung als einziger genfreier Sojaproduzent auf dem Weltmarkt. Anfang des Jahres hatte sich schon Sadia, ein weiterer Hauptnahrungsmittelhersteller und Fleisch-Exporteur Brasiliens, für gentechnikfreie Produkte ausgesprochen. Das sind großartige Neuigkeiten für die Mehrheit der Verbraucher in Brasilien und im Ausland, die keine Gen-Lebensmittel wollen, sagt Mariana Poll, Gentechnik-Expertin bei Greenpeace.

Obwohl der Import und der kommerzielle Anbau von Gen-Soja in Brasilien verboten sind, wird das verunreinigte Getreide von Argentinien und Paraguay ins Land geschmuggelt und verseucht dort die Felder. Dieses Jahr hatte Greenpeace Gen-Soja in fünf Produkten Perdigaos gefunden. In einem Brief kündigte die Firma daraufhin strengere Sicherheitsvorkehrungen an. Sadia und Perdigaos kaufen und verarbeiten Millionen Tonnen Mais und Soja. Der größte Teil davon wird zu Tierfutter verarbeitet und zu großen Anteilen nach Asien und Europa exportiert.

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