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Geflügelmast: Ist Bio wirklich gut?

SPIEGEL ONLINE und das ARD-Magazin "Fakt" berichten darüber, wie der Ökolandbau in der Geflügelhaltung in die Konventionalisierungsfalle stolpert.

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Biotierhaltung in agrarindustriellen Strukturen ist ein Widerspruch in sich. Denn Massentierhaltung - ob konventionell oder Bio - bringt immer Probleme für Tiere, Umwelt und Verbraucher mit sich. Gerade im Geflügelbereich ist schon länger bekannt, dass es aufgrund überzüchteter Tierrassen und unzureichender Haltungsverfahren in der Massentierhaltung zu massiven Schädigungen der Tiere kommt. In der Turbomast von Puten, in der auf Masse und viel weißes Brustfleisch gesetzt wird, sind die Probleme besonders gravierend.

In Ökogroßbetrieben werden häufig ebenfalls völlig überzüchtete Rassen eingesetzt - den Tieren wachsen riesige Brüste und Schenkel. Für die Puten eine Qual: Sie können ihr Gewicht kaum tragen und leiden unter schmerzhaften Gelenksentzündungen.

Als Verbraucher sollte man auf Geflügelfleisch entweder komplett verzichten oder aber sich bei einem Bauern oder Schlachter seines Vertrauens vorher informieren, wie die Tierhaltung aussieht. Überzeugte kleinere Biohöfe bieten durchaus Geflügelfleisch und Eier an, die man mit gutem Gewissen verzehren kann.

Allerdings gilt generell: Tiere können nur artgerecht gehalten werden, wenn wir unseren Fleischkonsum drastisch reduzieren. Damit schonen wir auch die Umwelt und das Klima. 18 Prozent aller Treibhausemissionen kommen aus der Nutztierhaltung. Für die intensive Tierhaltung wird zudem enorm viel Fläche benötig. Weltweit werden mehr als 19 Milliarden Hühner, 1,4 Milliarden Rinder und eine Milliarde Schweine gehalten.

Die Haltung der Tiere und der Anbau von Futtermitteln beansprucht 80 Prozent aller Weide- und Ackerflächen weltweit. Zudem schadet übermäßiger Fleischkonsum der Gesundheit. Mehr Informationen zum Thema Fleisch finden Sie in "Schluss mit der Subventionierung von Billigfleisch".

Den Spiegel-Artikel finden Sie hier.

(Autorin: Mirja Schneemann)

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