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Greenpeace-Luftschiff bei EXPO und Agrarminister-Treffen in Mailand

Botschaft von oben

Auf der EXPO in Mailand beraten internationale Agrarminister über Nahrungsmittelproduktion. Greenpeace fordert eine ökologische Landwirtschaft – ein Luftschiff verbreitet die Botschaft.

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„Kein Futter für ein kaputtes System!“ Mit dieser Aufschrift dreht das Greenpeace-Luftschiff  seine Runden nahe dem Gelände der EXPO 2015 im norditalienischen Mailand. Seine Botschaft richtet sich an die mehr als 50 Agrarminister, die sich heute auf dem Gelände der Weltausstellung treffen. Dort diskutieren sie über die Themen Landwirtschaft und Nahrungsmittel – und sie wollen die „Charta von Mailand“ unterzeichnen: Ein Papier, das Wege für die Bekämpfung von Hunger, Ressourcenknappheit und Lebensmittelskandalen beinhalten soll.

Ein Kyoto-Protokoll für Ernährung

Die Unterzeichner verpflichten sich dazu, die Umsetzung dieser Ziele politisch voranzutreiben. Die Charta werden sie im Oktober dieses Jahres der UN vorstellen, beim Treffen zu den Millennium-Entwicklungszielen. Sie soll eine Art Kyoto-Protokoll für Ernährung werden.

Greenpeace fordert, mithilfe der Charta und zum Schutz des Planeten ökologische Landwirtschaft zu fördern. „Pro Stunde werden 269 Tonnen Pestizide weltweit eingesetzt“, sagt Marco Contiero, Experte für Landwirtschaft und Gentechnik bei Greenpeace EU. „Seit Jahrzehnten unterstützen wir ein System, das eine Bedrohung für natürliche Ressourcen, die Artenvielfalt und Landwirte darstellt. Die Menschen können nicht länger darauf warten, dass nur der Papierkram erledigt wird. Sie brauchen echte Verpflichtungen von der Politik.“

Feeding The Planet – aber mit Giften?

Schließlich geht es um die Herausforderung, die 7,3 Milliarden Menschen auf unserem Planeten zu ernähren – darum und um die Umsetzung nachhaltiger Landwirtschaft dreht sich alles auf der EXPO: Sie trägt das Motto „Feeding the Planet“.

Die Aussteller stellen neue Konzepte, innovative Produkte und Techniken vor, die teils effiziente Lösungsansätze für diese Probleme aufzeigen. Neben 145 Ländern, 13 Nichtregierungsorganisationen und drei internationalen Organisationen sind auch einige Großunternehmen vertreten, beispielsweise der Schweizer Chemie-Riese Syngenta und der deutsche Konzern Bayer.

Die Unternehmen sind Paradebeispiele für höchst widersprüchliche Kooperationspartner der EXPO. Denn beide Konzerne vertreiben giftige Pflanzenschutzmittel und üben durch starke Lobbyarbeit enormen Druck auf die Landwirtschaft aus: Etwa mit dem Versuch, Pestizidverbote zu kippen und damit die Umstellung auf eine ökologische Landwirtschaft zu verhindern – ganz entgegen dem Motto der Weltausstellung, also.

Marodes System

Denn momentan sind Monokulturen und Pestizide der Standard auf europäischen Äckern. Viehzucht erfolgt häufig mit gentechnisch manipulierten Futtermitteln; Landwirte, die bereit wären, ihre Anbaumethoden und Futtermittel zu ändern, müssen große Hürden überwinden. Denn das Problem liegt im System der industriellen Landwirtschaft. Das nimmt den Einsatz von giftigen Pestiziden in Kauf und fördert ihn sogar: auf Geheiß gewinnliebender Konzerne. Und auf Kosten der Gesundheit von Mensch, Tier und Natur.    

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