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Lebensmittelpreise bleiben hoch

Am Donnerstag stellten die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die Welternährungsorganisation (FAO) den Agricultural Outlook 2008-2017 vor. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass Lebensmittel auch in den nächsten Jahren teuer bleiben.

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Mitverantwortlich für die hohen Preise ist die zunehmende Produktion von Agrotreibstoffen. Die Bioenergiepflanzen verdrängen die als Nahrungsmittel benötigten Pflanzen von den Feldern. Dadurch verknappt sich das Nahrungsmittelangebot, die Preise steigen.

In Europa soll bis zum Jahr 2020 zehn Prozent des Treibstoffs aus Pflanzen gewonnen werden. Wenn dieses Beispiel Schule macht, schießen nach Greenpeace-Berechnungen bald auf 14 Prozent der weltweiten Anbaufläche Getreide, Mais, Raps, Soja oder Ölpalmen für Agrosprit aus dem Acker, sagt Ulrike Kallee, Chemie-Expertin bei Greenpeace. Zurzeit liegt der Anteil von Bio-Sprit-Pflanzen bei zwei Prozent.

Viele Menschen werden hungern, damit Autofahrer ungehindert Gas geben können. Es ist ein Irrsinn, überdimensionierte deutsche Autos mit sogenanntem Biosprit zu füttern. Die Autobauer müssen endlich ihre Spritschlucker aufgeben, fordert Kallee.

Um das zu erreichen, muss die EU die Beimischung von Agrotreibstoffen zu Diesel und Benzin stoppen. Vor allem die deutsche Bundeskanzlerin Merkel ist dabei gefragt. Dazu Kallee: Es geht hier auch um die Glaubwürdigkeit der Kanzlerin: Sie kann nicht erhebliche Mittel für Urwaldschutz bereitstellen und gleichzeitig den Ausbau von Agrosprit vorantreiben, für dessen Anbau die letzten Urwälder zerstört werden.

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