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Weniger Pestizide, mehr Bienen

Wie lässt sich das Bienensterben stoppen? Greenpeace brachte auf der Suche nach Lösungen Experten, EU-Politiker und Landwirte zusammen.

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25 Prozent weniger Honigbienen in 20 Jahren: Der europäische Bestand an domestizierten Tieren hat sich zwischen 1985 und 2005 drastisch reduziert. Eine Ursache für den Rückgang ist der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft – es ist höchste Zeit zum Handeln. Deshalb organisierte Greenpeace gemeinsam mit anderen Verbänden ein Symposium in Brüssel, um Beteiligte aus Politik und Wirtschaft zusammenzubringen. Dort diskutierten Forscher, Landwirte und Händler mit EU-Politikern über eine sinnvolle und nachhaltige europäische Agrarpolitik.

Schwarze Listen und Aktionspläne

Repräsentanten der EU-Kommission informierten über die ‚Nationalen Aktionspläne‘, durch die der Pestizideinsatz in Europa schon jetzt reduziert wurde.  Allerdings bewerteten Vertreter der Umweltschutzorganisation PAN Europe die Maßnahmen als völlig unzureichend.

Lösungsansätze präsentierten Vertreterinnen der Lebensmittelkette Coop in Dänemark. Sie zeigten, was sie in der Vergangenheit bereits für die Reduktion von Pestiziden in ihren Nahrungsmitteln unternommen haben: Die Einführung von ‚Schwarzen Listen‘ etwa, durch die einzelne Pestizide ausgeschlossen sind.

Gefahr für Bienen – und Menschen

Allerdings ist der Erhalt der Umwelt – und der Bienenbestände - nur durch den kompletten Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und künstliche Düngemittel möglich, wie Greenpeace ihn schon lange fordert. Und obwohl es für den Rückgang der Bienenbestände noch andere Gründe gibt: Eine Reduzierung von Pestiziden kann zu ihrem Schutz am schnellsten und effektivsten umgesetzt werden.

So könnte die biologische Vielfalt von landwirtschaftlichen Nutzflächen erhöht werden, und die Bienen hätten wieder mehr Lebensraum. Außerdem schaden Pestizide nicht nur den Bienen. Sie führen auch zu zunehmender Resistenz bei Schädlingen, Verschmutzung des Grundwassers, und sie beeinträchtigen Nützlinge.

Ideen politisch umsetzen

Dabei ist eine nachhaltige Landwirtschaft ohne übermäßigen Pestizideinsatz möglich, das hat Greenpeace bereits in seinem Report „Plan Bee“ bewiesen. Heute und in den nächsten Tagen werden Greenpeace-Aktivisten und –Mitarbeiter aus ganz Europa mit den Parlamentariern ihrer Länder sprechen, um das Konzept der pestizidfreien Landwirtschaft weiter zu tragen. Die EU-Parlamentarier müssen die Erkenntnisse dann in die europäische Politik einbringen und so helfen, den Pestizideinsatz zu reduzieren. Nur dann haben die Bienen eine Chance.

Publikationen

Plan Bee - Leben ohne Pestizide

Das Bienensterben kann mit ökologischen Methoden in der Landwirtschaft gelöst werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine veröffentlichte Studie von Greenpeace.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Umweltrisiken durch Neonicotinoide

Europaweit nimmt das Bienensterben zu. Vor allem giftige Neonikotinoide setzen den Bienen zu. Der neue Greenpeace-Report beurteilt die Gefährdung von Bienen durch diese Chemikalien.

Rette die Biene

Ein Ratgeber für Verbraucher der darüber informiert, wie jeder Einzelne etwas zur Gesundheit der Bienen beitragen kann.

Mehr zum Thema

Flugausfall wegen Überdosis

Pestizide beeinträchtigen Bienen und andere Bestäuber stärker als bisher bekannt. Vor allem hochgiftige Neonikotinoide sind in der Umwelt allgegenwärtig, so eine Greenpeace-Studie.

„Weil man sie retten muss“

Sie haben 26.000 Bienenretter-Unterschriften gesammelt und wissen, was zu tun ist. Deshalb haben Greenpeace-Kids heute Landwirtschaftsminister Christian Schmidt in Berlin besucht.

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