Greenteams sprechen mit Europa-Parlamentariern über Bienenschutz

Politikern auf den Zahn gefühlt

In Brüssel tagen heute Politiker und Experten zum Thema Pestizide. Junge Umweltschützer fühlen dabei ihren Volksvertretern auf den Zahn: Was tun sie eigentlich für die Bienen?

  • /

„Sind Sie Bienenretter?“ Über 20.000 Menschen können darauf bereits mit „Ja“ antworten. So viele Unterschriften für eine ökologische Landwirtschaft und gegen bienengefährdende Spritzmittel sammelten Greenteams – Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren – seit dem Start ihrer Kampagne. Heute besucht eine Delegation der jungen Umweltschützer das Europäische Parlament in Brüssel – und stellt Politikern die gleiche Frage. Die bislang gesammelten Bekenntnisse zum Bienenschutz haben sie gleich mitgebracht.

Denn in Brüssel tagen heute auf einem von Greenpeace mitorganisierten Symposium Landwirte, Wissenschaftler, Politiker und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen‎ gemeinsam mit Handel und Industrie. Themen sind die Abhängigkeit der europäischen Landwirtschaft von Pestiziden und die Möglichkeiten, den zunehmenden Einsatz der Gifte zu reduzieren.

Für die Greenteams ist dieses Treffen ein guter Anlass, um mit den Volksvertretern ins Gespräch zu kommen: Wie stehen sie zu den allgegenwärtigen Pestiziden? Und wie setzen sie sich für den Bienenschutz ein? Sind sie ein Bienenretter? „Die haben uns echt zugehört“, freut sich  Nele über die Politiker, die sich die Zeit für sie nahmen.

Bereits vor der Konferenz hatten die Umweltschützer insgesamt 21 Mitglieder des Europäischen Parlaments in Briefen um eine Stellungnahme gebeten – und in den vergangenen Wochen bereits acht Antworten erhalten.

Ohne Bienen bricht das Ökosystem zusammen

Noch wird von der Politik zu wenig unternommen, dabei geht das Bienensterben alle an. Die Nützlinge bestäuben rund ein Drittel der Pflanzen, die unsere Nahrung liefern; ohne sie würde unser Ökosystem nicht funktionieren. Doch weltweit sind ihre Völker gefährdet. Darum brauchen Bienen Schutz, vor allem vor gefährlichen Pestiziden, die ihnen nachweislich schaden. Dafür setzen sich die jugendlichen Aktivisten ein.

„Bis jetzt sind in ganz Deutschland über 800 Kinder für die Bienen aktiv geworden“, sagt Nicole Knapp, Bildungsexpertin von Greenpeace. „Es ist beeindruckend, wie engagiert sie sich mit viel kreativen Ideen und Ernsthaftigkeit für die Rettung der Bienen einsetzen.“

Publikationen

Rette die Biene

Ein Ratgeber für Verbraucher der darüber informiert, wie jeder Einzelne etwas zur Gesundheit der Bienen beitragen kann.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Umweltrisiken durch Neonicotinoide

Europaweit nimmt das Bienensterben zu. Vor allem giftige Neonikotinoide setzen den Bienen zu. Der neue Greenpeace-Report beurteilt die Gefährdung von Bienen durch diese Chemikalien.

Rette die Biene

Ein Ratgeber für Verbraucher der darüber informiert, wie jeder Einzelne etwas zur Gesundheit der Bienen beitragen kann.

Zur Kampagne

Alle Artikel zu dieser Kampagne

Mehr zum Thema

Flugausfall wegen Überdosis

Pestizide beeinträchtigen Bienen und andere Bestäuber stärker als bisher bekannt. Vor allem hochgiftige Neonikotinoide sind in der Umwelt allgegenwärtig, so eine Greenpeace-Studie.

Fleißig wie die Bienen

Pestizide sind Gift für Bienen: Darauf machen junge Umweltschützer bei der Bienen-Aktionswoche aufmerksam. Mit Infoständen und Aktivitäten kämpfen sie für den Schutz der Insekten.

Junge Bienenretter

Verbietet gefährliche Pestizide! Das forderten mehr als 400 Greenteam-Kinder am Bienen-Aktionstag. Gemeinsam sammeln sie Unterschriften für eine ökologische Landwirtschaft.